Freitag, 25.05.2012 05:15

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Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

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ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland etwas gesunken

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai etwas gefallen. Die Einschätzung der...weiter

53 % der Internetnutzer in Deutschland sind in sozialen Netzwerken aktiv

Mehr als die Hälfte (53 %) der Internetnutzer in Deutschland nutzte im Jahr 2011 soziale Netzwerke für private...weiter

IMK: Rezessionsgefahr in Deutschland weiterhin niedrig

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland ist weiterhin sehr niedrig. Bis Ende Juli besteht keine Gefahr...weiter

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Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

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Mehr als Tanz – die Ausstellung „Yvonne Rainer. Raum, Körper, Sprache“  

„Wir verlassen uns auf Prinzipien, die seit 40 Jahren eingeübt sind...  

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Zusammenarbeit

Ein Haus für die Wissenschaft

Das Deutsche Haus für Wissenschaft und Innovation (DWIH) in Moskau will Forschung und Wirtschaft in Deutschland und Russland enger vernetzen. Ein Gespräch mit der Moskauer DWIH-Leiterin Dr. Alix Landgrebe.

Interview: Oliver Heilwagen

Frau Dr. Landgrebe, Mitte 2009 wurde beschlossen, fünf DWIHs weltweit zu gründen. Was gab den Ausschlag für den Standort Moskau?

Russland und Deutschland unterhalten traditionell sehr enge Beziehungen in der Wissenschaft. Die russische Forschung ist in manchen Disziplinen, etwa der Mathematik oder Physik, international herausragend. Zahlreiche Universitäten in beiden Ländern haben langjährige Verbindungen – es sind so viele, dass wir sie kaum überblicken können. Doch jüngeren Wissenschaftlern fehlen häufig solche Kontakte. Ihnen wollen wir helfen: beim akademischen Austausch und bei ihrer Vernetzung. Zugleich geht es aber auch um Forschungsmarketing und darum, den Forschungsstandort Deutschland noch bekannter zu machen.

Was hat Sie persönlich nach Moskau geführt?

Ich bin promovierte Historikerin und Slawistin und habe unter anderem in Moskau studiert. Seit 2004 bin ich Mitarbeiterin des Goethe-Instituts und habe zuletzt das Goethe-Institut in Algier geleitet. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fragte an, ob ich Interesse daran hätte, den Aufbau des DWIH in Moskau zu übernehmen. Dafür habe ich mich beim Goethe-Institut beurlauben lassen und bin seit 1. November 2010 in Moskau tätig. Ich habe dieses Angebot gern angenommen, weil mich die Aufgabe reizt, etwas völlig Neues aufbauen zu können. Bisher war ich im Kulturmanagement tätig; nun im Wissenschaftsmanagement, was mir viel Freude macht.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit?

Wir vernetzen die Hochschulen miteinander und versuchen auch, beispielsweise Forschungseinrichtungen mit Wirtschaftsunternehmen zusammenzubringen. Beide Bereiche gehen häufig ineinander über. So werden wir zum Beispiel mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) eine Konferenz über den Umbau der ostdeutschen Technologielandschaft seit der deutschen Wiedervereinigung organisieren. Ein Thema, das auch viele Russen aufgrund der Umstrukturierungen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion interessiert. Wir wollen außerdem Akademiker erreichen, die noch nicht in Netzwerke eingebunden sind. Sie können dann Erfahrungen austauschen. Dabei sind wir in der Debatten-Kultur sehr unterschiedlich. Während Konferenzen in Russland meist aus einer Reihe von Vorträgen bestehen, wird in Deutschland gern ausgiebig diskutiert.

Wie sieht Ihr aktuelles Angebot aus?

Zurzeit sind meine Kollegen und ich unter anderem damit beschäftigt, bei Besuchen an russischen Hochschulen das DWIH vorzustellen. Außerdem richten wir Tagungen aus, etwa zum Klimawandel und zum Wissenschaftstransfer. Wir haben auch schon Rektoren russischer Universitäten zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Im Herbst wollen wir eine „Woche des jungen Wissenschaftlers“ veranstalten, bei der wir Nachwuchskräfte zur Karriereplanung beraten. Zusätzlich werden wir einen DWIH-Wettbewerb für junge Physiker organisieren. Zudem haben wir deutsche Forscher zu Gast, die Fachvorträge halten. Das reicht von sehr speziellen Themen, etwa aus der Mathematik, bis zu Themen von allgemeinem Interesse wie etwa die erneuerbaren Energien.

Wie ist die Resonanz auf dieses Angebot?

Leider hat das DWIH noch kein eigenes Domizil; unser Büro mit drei Mitarbeitern ist im deutschen Konsulatsgebäude untergebracht. Für Veranstaltungen müssen wir daher externe Räumlichkeiten anmieten. Je nachdem, wo sie liegen und um welches Thema es geht, ist der Zuspruch des Publikums recht unterschiedlich. Doch am richtigen Ort und mit guter Organisation kann es vermutlich in Zukunft hohe Besucherzahlen geben. Generell sind junge russische Forscher sehr offen und interessiert, ältere manchmal etwas reserviert. Möglicherweise fürchten sie, dass wir ihre Mitarbeiter abwerben könnten, obwohl uns das fern liegt.

Welchen Mehrwert bietet das DWIH Moskau der deutschen Seite?

Zunächst sind wir ein zentraler Ansprechpartner für russische Wissenschaftler, weil wir die deutsche Forschungs- und Hochschullandschaft gut kennen. Außerdem können wir deutsche Unternehmen einzelner Branchen mit interessanten Kooperationspartnern auf der russischen Seite zusammenbringen: etwa aus der Autoindustrie oder aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Dazu wollen wir mit der Auslandshandelskammer und dem russischen Wirtschaftsministerium zusammenarbeiten. Umgekehrt soll das DWIH aber auch ein Informationszentrum für deutsche Wissenschaftler werden. Das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt unserer Arbeit.

Welche weiteren Themen wollen Sie künftig aufgreifen?

Wir planen auch eine Veranstaltungsreihe zum Thema Abfallwirtschaft. Bei der Verkehrsplanung und -regulierung wollen wir ebenfalls einen Austausch der Fachleute beider Seiten in Gang bringen. Dagegen werden wir beispielsweise das Feld der Nanotechnologie nicht zur Priorität machen; auf diesem Gebiet läuft bereits sehr viel in Russland.

Was wollen Sie in den nächsten Jahren erreichen?

Als erstes müssen wir eine eigene Website aufbauen. Mittelfristig wünsche ich mir für das DWIH ein eigenes Gebäude mit angemessener Infrastruktur. Dort sollte es in einer Bürogemeinschaft mit allen Einrichtungen untergebracht sein, die in Moskau beteiligt sind: also dem DAAD, der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft (DFG), der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Deutschen Historischen Institut und wenn möglich auch der Auslandshandelskammer. Außerdem benötigen wir geeignete Räumlichkeiten für unser dichtes Veranstaltungsprogramm. Auf diese Weise könnte das DWIH eine eigene Identität aufbauen, um als Konstante im Wissenschaftsbetrieb begriffen zu werden. Andernfalls gehen wir in der Metropole Moskau mit täglich Hunderten von Veranstaltungen leicht in der Wahrnehmung unter. In Russland wundert man sich darüber, dass das Haus bisher nur „virtuell” existiert. In diesem Zusammenhang wäre es vorteilhaft, wenn wir als Einrichtung offiziell anerkannt würden. Dafür wäre aber ein deutsch-russisches Regierungsabkommen zum DWIH nötig – und das gibt es zwar bislang noch nicht, aber die beiden Regierungen arbeiten daran.////

Treffpunkte für Forschung und Wirtschaft

Fünf Häuser auf vier Kontinenten: Die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser (DWIH) in Moskau, Neu-Delhi, New York, São Paulo und Tokio bündeln die Kompetenzen deutscher Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen im Ausland. Entstanden sind sie in Zusammenarbeit zwischen dem Auswärtigen Amt, das den Aufbau der Häuser im Rahmen seiner Außenwissenschaftsinitiative finanziell fördert, und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ein wichtiger Partner aus der Wirtschaft ist vor allem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der an allen DWIH-Standorten mit eigenen Auslandshandelskammern präsent ist.

www.diplo.de/awp

Deutsch-Russisches Wissenschaftsjahr

„Ein solches Wissenschaftsjahr verleiht der Vielfalt deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen eine besondere Sichtbarkeit“, betonte Bundesforschungsministerin Annette Schavan, als sie im Sommer 2010 gemeinsam mit ihrem russischen Amtskollegen Andrej Fursenko, das „Deutsch-Russische Jahr der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/2012“ ankündigte. Die Vielfalt der deutsch-russischen Wissenschaftszusammenarbeit wurde bereits in der Vergangenheit wiederholt unterstützt, unter anderem durch das 1987 geschlossene und 2009 novellierte Abkommen zur Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) sowie durch die 2005 vereinbarte Strategische Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation. Unter dem Motto „Partnerschaft der Ideen“ werden im nun anstehenden Wissenschaftsjahr 2011/2012 Wissenschafts- und Forschungsorganisationen, Universitäten und Unternehmen in Deutschland und Russland von Mai 2011 an gemeinsame Veranstaltungen, Konferenzen, Symposien und Workshops zu wichtigen Zukunftsthemen umsetzen. Das bilaterale Wissenschaftsjahr soll zum einen an die erfolgreichen bestehenden Kooperationen in beiden Länden anknüpfen. Darüber hinaus setzt die Initiative Impulse für zukünftige Forschungs- und Bildungskooperationen zwischen Deutschland und Russland. In den letzten Jahren hat Deutschland bereits mehrere bilaterale Wissenschaftsjahre gemeinsam mit verschiedenen Partnerländern initiiert: Nach Ägypten (2007), Israel (2008) und China (2009) startete zuletzt 2010 das Deutsch-Brasilianische Wissenschaftsjahr.

www.deutsch-russisches-wissenschaftsjahr.de

07.02.2011
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