Ein Studium in Deutschland: Für Patricia Chavez war der Abschluss an einer deutschen Hochschule eine wichtige Referenz für ihre berufliche Karriere im Bereich erneuerbare Energien. Die Brasilianerin hat sich nach ihrem Diplom als Wirtschaftsingenieurin in Rio de Janeiro für ein Aufbaustudium entschieden – in Deutschland. An der Universität Oldenburg absolvierte sie das englischsprachige Masterprogramm „Renewable Energy“. Im Anschluss begann sie ihre Doktorarbeit am Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) in Wilhelmshaven. Chavez ist überzeugt, dass sie Studium und Promotion im Berufsleben weiterbringen: „Deutschland hat bei den erneuerbaren Energien weltweit einen sehr guten Ruf.“
Wie Patricia Chavez haben sich im Jahr 2009 rund 2000 brasilianische Studierende für ein Auslandsstudium in Deutschland entschieden. Aber nicht nur aus Brasilien, aus der ganzen Welt kommen Studierende und Nachwuchsforscher zum Studieren, Promovieren oder Forschen nach Deutschland. International gilt das Land als gefragter Hochschul- und Forschungsstandort. Nach den USA und Großbritannien steht Deutschland bei Jungakademikern auf Platz 3 der beliebtesten Länder. An deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind momentan 240000 ausländische Studierende und 18000 internationale Doktoranden eingeschrieben. Die Internationalisierung von Studium und Forschung in Deutschland wird von Universitäten, Forschungsinstitutionen und der Politik durch Projekte, Stipendien und Förderpreise gefördert.
Was macht deutsche Hochschulen so attraktiv? Einer der Gründe ist die vielfältige Hochschullandschaft: Von Flensburg bis Konstanz gibt es 370 Universitäten und Fachhochschulen, die mit ihren rund 13500 Studiengängen für ein breites und weltweit anerkanntes Ausbildungsangebot sorgen. Viele Bachelor- und Masterprogramme sind zudem international ausgerichtet, die Unterrichtssprache ist oft Englisch. Für Nachwuchsakademiker, die eine Promotion planen, werden rund 600 strukturierte Programme angeboten. Sie führen in gut drei Jahren zum Doktortitel und setzen auf intensive Betreuung, Praxisinhalte und Teamarbeit. Ein weiterer Vorteil des Studienstandorts Deutschland: Für die Ausbildung an einer Hochschule fallen keine oder allenfalls moderate Studiengebühren an.
In der Großstadt oder auf dem Land, traditionsreich oder modern, klein und überschaubar, groß und belebt: Bei der Wahl des Hochschulorts können sich Studierende zwischen 170 Hochschulstädten entscheiden. Das Angebot reicht von klassischen Universitäten, praxisorientierten Fachhochschulen und Technischen Universitäten, die vor allem in den Ingenieurwissenschaften viele Fächer anbieten, bis hin zu Kunst- und Privathochschulen. Besonders beliebt bei Studierenden aus dem Ausland sind die LMU München, die Universität Frankfurt am Main und die TU Berlin. Neun der 140 deutschen Universitäten wurden 2006/2007 bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an den Hochschulen als Exzellenzuniversitäten ausgezeichnet. Diese neun Universitäten, deren Forschungsprofil bis 2012 besonders gefördert wird, sind die LMU München, die TU München, die Universitäten Konstanz, Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg, Göttingen, die FU Berlin und die RWTH Aachen.
Neben dem Studium spielt an deutschen Hochschulen auch die wissenschaftliche Forschung eine große Rolle. Viele Universitäten arbeiten zum Beispiel eng mit den großen deutschen Forschungsorganisationen zusammen. Die Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft stehen für internationale Spitzenforschung und bieten ideale Arbeitsbedingungen. Auch viele deutsche Unternehmen sind in der Forschung sehr aktiv. Insgesamt investiert Deutschland im Jahr rund 200 Milliarden Euro in Bildung und Forschung. Daraus ergeben sich auch für internationale Nachwuchswissenschaftler gute Perspektiven, zum Beispiel auch durch eine Vielzahl von Forschungsstipendien.
Spannende Angebote für Doktoranden machen die häufig interdisziplinär orientierten Graduiertenschulen und Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die vor allem strukturierte Promotionsprogramme anbieten. Renommiert ist auch die Doktorandenausbildung an den 55 International Max Planck Research Schools (IMPRS). Zurzeit arbeiten mehr als 2000 Doktoranden – rund die Hälfte davon aus dem Ausland – an den IMPRS, die erstklassige Forschungsbedingungen bieten.
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