Baden-Württemberg – Ontario
Zentral für die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Ontario ist die seit 1990 bestehende Kooperationsvereinbarung im Bereich Forschung und Bildung. Daraus ist ein erfolgreiches Studierenden-Austauschprogramm hervorgegangen, das „Ontario/Baden-Württemberg Student Exchange Program“. Jedes Jahr bietet das Programm 50 Studierenden auf beiden Seiten die Gelegenheit, ein akademisches Jahr an einer der teilnehmenden Partneruniversitäten zu verbringen. Auch ein kürzerer Forschungsaufenthalt im Sommer ist möglich. In Kanada befindet sich das zentrale Büro für das Austauschprogramm an der York University; in Deutschland ist in erster Linie das Auslandsreferat an der Universität Konstanz zuständig. Dort fand im Sommer 2010 auch die große Festveranstaltung zum zwanzigsten Jahrestag der Kooperationsvereinbarung zwischen Ontario und Baden-Württemberg statt. Derzeit beteiligen sich 14 kanadische und 9 deutsche Universitäten an dem Programm.
Rund 2000 kanadische und deutsche Studierende haben mittlerweile von dem Austauschprogramm profitiert. Baden-Württemberg ist bei Studierenden aus Kanada besonders beliebt: Fast jeder dritte in Deutschland lebende kanadische Student besucht eine Hochschule in dem südwestdeutschen Bundesland. Erst vor kurzem wurde dem „Ontario/Baden-Württemberg Student Exchange Program“ eine neue Komponente hinzugefügt: Das Faculty-Mobility-Programm wendet sich an Habilitanden, Juniorprofessoren oder Nachwuchsgruppenleiter aller Fachgebiete mit mehrjähriger eigenständiger wissenschaftlicher Tätigkeit. Sie können sich um Stipendien bewerben, die ihnen die Anbahnung oder Umsetzung eines Forschungsvorhabens in einem der beiden Partnerländer ermöglichen.
Bayern – Québec
Einen wirtschaftlichen Schwerpunkt setzt die seit 1989 bestehende Partnerschaft zwischen Bayern und der Provinz Québec. Zu den Hauptaufgaben der Bayerischen Vertretung mit Sitz in Montréal zählt die Unterstützung kanadischer Unternehmen. Die Vertretung fördert die Zusammenarbeit bayerischer und kanadischer Firmen und hilft zu diesem Zweck auch bei der Organisation von Unternehmerreisen nach Bayern. Hier organisiert die Vertretung unter anderem Treffen mit offiziellen Stellen und Behörden, Fachverbänden und Handelskammern. Die wirtschaftlichen Verbindungen sind vielseitig: Über 20 kanadische Firmen haben in der Zwischenzeit Niederlassungen in Bayern gegründet, darunter Großkonzerne wie Nortel, Magna International, Alcan und innovative Firmen wie der Grafikkarten-Spezialist Matrox, dessen Deutschland-Sitz sich in Unterhaching bei München befindet. Auf Innovationen setzt auch die Partnerschaft zwischen der Cité de la Biotech in Laval und Bayern Innovativ, dem bayerischen Zentrum für Technologie-Transfer, das sich unter anderem intensiv der Biotechnologie widmet.
Zu den herausragenden Biotechnologie-Standorten in Deutschland zählt der Campus Martinsried nahe der bayerischen Landeshauptstadt München. In München fand wiederum Ende November 2010 das erste Cluster-Forum Bayern-Québec statt. Vor allem Experten aus den Branchen Biotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie konnten sich hier austauschen. Um Innovationen bemüht sich die bayerisch-kanadische Partnerschaft zudem auf universitärer Ebene, mit einer besonderen Konzentration auf dem Bereich Materialwissenschaften. Hier besteht etwa eine etablierte Partnerschaft zwischen der École Polytechnique in Montréal und der Universität Bayreuth.
Sachsen – Alberta
Forschungskooperationen zählten von Beginn an zu den Schwerpunkten der Regionalpartnerschaft zwischen Sachsen und Alberta, die 2002 vereinbart wurde. Auf universitärer Ebene pflegen die Technische Universität Dresden, die Technische Universität Bergakademie Freiberg, die Technische Universität Chemnitz und die Universität Leipzig seit vielen Jahren einen intensiven akademischen Austausch in Form von Workshops, Forschungsvorhaben, Gastvorlesungen, Austausch- und Exkursionsprogrammen mit den Universitäten von Alberta und Calgary. Herausragend ist die Zusammenarbeit zwischen den zahnmedizinischen Fakultäten der Universität von Alberta und der Technischen Universität Dresden, die bereits seit zehn Jahren einen Studierendenaustausch fördert. Bei seinem Besuch in Alberta 2010 regte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zusätzliche Kooperationen in der medizinischen Forschung an. Zugleich verwies er mit der Umwelt-, Nano- und Biotechnologie auf weitere Schlüsseltechnologien Sachsens, die von zusätzlichen Forschungs- und Wirtschaftskooperationen profitieren könnten. Das ostdeutsche Bundesland verfügt mit „Silicon Saxony“ über den größten Mikroelektronik-Cluster Europas.
An Studierende und Graduierte in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Kultur richtet sich die neue „Interkulturelle Praktikumsinitiative Alberta – Sachsen“, die noch bis Ende 2012 läuft. Das Austauschprogramm ermöglicht den Stipendiaten ein Praktikum in einer der beiden Partnerregionen und will somit wertvolle Kontakte für die Zukunft ermöglichen. In den kommenden Jahren will Sachsen zudem die Beziehungen zu einer weiteren kanadischen Provinz ausbauen. Erst im November 2010 reiste eine Wirtschaftsdelegation des Quebécer Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und Handel nach Sachsen, um die Chancen für eine Zusammenarbeit beider Regionen zu erörtern.////















