Die Bärenjagd auf der Berlinale ist mit einem Erfolg für den deutschen Film zu Ende gegangen. Der deutsche Filmemacher Christian Petzold wurde am Samstag (18.2.) auf der feierlichen Abschlussgala der 62. Internationalen Filmfestspiele von Berlin mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet. Petzold überzeugte die internationale Jury der Berlinale mit seinem vielfach gelobten Drama „Barbara“ mit der bekannten deutschen Schauspielerin Nina Hoss in der Hauptrolle. Ein Silberner Bär für herausragende künstlerische Leistung ging außerdem an den Kameramann Lutz Reitemeier. Der Deutsche arbeitet seit zehn Jahren erfolgreich für chinesische Produktionen und erhielt den Bären für seine eindrucksvollen Breitwandbilder in „White Deer Plain“.
„Barbara“, der Film des 51-jährigen Berliner Regisseurs Christian Petzold (Foto), spielt in den 1980er-Jahren in der ehemaligen DDR. Er handelt von einer Ärztin, die wegen ihres Ausreisewunsches aus Ost-Berlin in ein unbedeutendes kleines Krankenhaus in der Provinz strafversetzt wird. In seine Regiearbeit ließ Petzold eigene Erinnerungen einfließen: Seine Eltern stammen aus der DDR, und die Familie verbrachte dort immer ihren Sommerurlaub. Für Petzold bedeutet der Filmpreis einen Erfolg im dritten Anlauf: Mit „Gespenster“ und „Yella“ war der Regisseur bereits in früheren Berlinale-Wettbewerben vertreten. Auch deshalb war die Freude über den Silbernen Bären groß: „Ich bin wirklich sehr glücklich“, sagte Petzold, der nicht mit der Auszeichnung gerechnet hatte, nach der Preisverleihung.
Der Film „Barbara“, der am 8. März 2012 in den deutschen Kinos anläuft, wurde mittlerweile nicht nur in ein Dutzend Länder verkauft, sondern auch von vielen Kritikern gefeiert. Petzolds Film habe durch seine Makellosigkeit überzeugt und sei eine handwerkliche und intellektuelle Meisterleistung, schrieb etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Berlinale-Bilanz. Übertroffen wurde Petzold nur noch von zwei älteren Herren aus Italien: Für ihr Gefängnisdokudrama „Cäsar muss sterben“ bekamen die Brüder Paolo und Vittorio Taviani – 80 und 82 Jahre alt – den Goldenen Bären für den besten Film der Berlinale 2012.
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