„Die Unterzeichnung der ersten Regionalpartnerschaft eines deutschen Bundeslandes mit der Türkei ist ein Novum. Dies hat es bislang in Deutschland noch nicht gegeben“, erklärte der Hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn (FDP) nach der Verabschiedung der Gemeinsamen Erklärung über die Zusammenarbeit zwischen der Provinz Bursa und dem Bundesland Hessen Mitte Oktober in Istanbul. Auch Sahabettin Harput, Gouverneur der Provinz Bursa, sprach anlässlich der Unterzeichnung der Erklärung im Beisein von Bundespräsident Christian Wulff von einem „historischen“ Abend.
Seit November 2009 hatten Delegationen aus Hessen auf der Suche nach einer neuen Partnerregion insgesamt fünf türkische Provinzen bereits: Adana, Ankara, Antalya, Izmir und eben Bursa. Minister Hahn betonte, dass sich alle Provinzen sehr gut präsentiert hätten. „Mit der Provinz Bursa konnte eine Region gefunden werden, die aufgrund ihres wirtschaftlichen Potentials als auch bei der vorhandenen gesellschaftlichen Struktur eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten vorzuweisen hat. Auf Platz zwei hinter Istanbul als wirtschaftsstärkster türkischer Region bietet diese zahlreiche Anreize für die heimische Wirtschaft“, führte der Minister aus und hob vor allem die Sektoren Maschinenbau, Pharmazie, Textilien, Lebensmittelverarbeitung und Medizintechnik hervor. Es bestehe zudem ein großes Potenzial in den Bereichen der erneuerbaren Energien, zum Beispiel bei der Windkraft und der Geothermie. Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung Hessens für seine neue Partnerregion spielte auch die bereits seit 1971 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Bursa und der südhessischen Universitätsstadt Darmstadt, die vor allem schulische und hochschulische Aktivitäten entfaltet hat.
„In Hessen leben derzeit rund 180000 türkischtämmige Bürgerinnen und Bürger. Mit der Partnerschaft zu einer türkischen Provinz möchten wir diesen Menschen zeigen, dass wir auch mit ihrer Heimat in einen engen Austausch kommen wollen“, sagte Hahn. Eine lebendige Partnerschaft, die von der hessischen Bevölkerung und der Bevölkerung der Partnerprovinz getragen werde, könne viel zum Abbau von Vorurteilen, zur Akzeptanz der anderen Kultur und anderer Lebensentwürfe beitragen. „Diese Erfahrungen haben wir mit unseren anderen Partnerregionen gemacht und möchten dies jetzt gerne übertragen.“ Hessen unterhält internationale Partnerschaften mit fünf weiteren Regionen: Acquitaine (Frankreich), Emilia-Romagna (Italien), Jaroslawl (Russische Föderation), Wielkopolska (Polen) und Wisconsin (USA).////















