Freitag, 25.05.2012 03:01

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland etwas gesunken

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai etwas gefallen. Die Einschätzung der...weiter

53 % der Internetnutzer in Deutschland sind in sozialen Netzwerken aktiv

Mehr als die Hälfte (53 %) der Internetnutzer in Deutschland nutzte im Jahr 2011 soziale Netzwerke für private...weiter

IMK: Rezessionsgefahr in Deutschland weiterhin niedrig

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland ist weiterhin sehr niedrig. Bis Ende Juli besteht keine Gefahr...weiter

Aktuell

Aktuelles

Neonazi-Morde: Beckstein sieht keine Fehler Bayerns  

Wirtschaft

Karstadt-Besitzer offenbar an Schlecker interessiert  

Kultur

"Wir setzen auf Musikalität"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Mehr als Tanz – die Ausstellung „Yvonne Rainer. Raum, Körper, Sprache“  

„Wir verlassen uns auf Prinzipien, die seit 40 Jahren eingeübt sind...  

Vergangenheit und Zukunft des Weltverbands der Bibliotheken (IFLA)  

Bookmarks
| |

Wirtschaft

„Das wird uns noch beschäftigen“

Christoph Hein berichtet als Wirtschaftskorrespondent seit elf Jahren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus der Region Asien-Pazifik. Im Interview analysiert der intime Kenner der asiatischen Wirtschaftsszene Entwicklungen der vergangenen Jahre und schildert neue Trends und Stimmungen.

Herr Hein, was hat sich im vergangenen Jahrzehnt im Verhältnis der deutschen zur asiatischen Wirtschaft verändert?

Im Gegensatz zu früher müssen sich die Unternehmer heute auf drei Änderungen einstellen: Immer mehr Asiaten streben nach Europa und sichern sich sogar europäischen Sachverstand im Spitzenmanagement. Das beste Beispiel dafür ist der Wechsel des früheren Europa-Chefs von Generals Motors, Carl-Peter Forster, an die Spitze der indischen Tata Motors. Zum zweiten werden sich die enormen Zuwachsraten in Asien auf mittlere Sicht wieder normalisieren. Das heißt: Künftige Vorteile werden darauf beruhen, unter lokalen Bedingungen vor Ort auf den Markt zugeschnittene Produkte zu produzieren. Von der Stange liefern – das geht in Asien nicht mehr. Und drittens muss der Westen akzeptieren und nutzen, dass immer mehr Forschung und Entwicklung in Asien betrieben werden wird. Auf Dauer wird Asien auch in diesem Bereich dem Westen Konkurrenz machen – und das wohl zu geringeren Kosten und mit weniger staatlichen Auflagen.

Was war Ihr erstes und was waren Ihre letzten großen Wirtschaftsthemen?

Meine erste Geschichte im Herbst 1999 drehte sich um Raubkopien. Darüber müssen wir im Übrigen auch heute noch manchmal berichten. Heute schreibe ich über milliardenschweren Rohstoff-Joint-Ventures, über asiatische Übernahmen wie diejenigen von Volvo durch Geely in China oder das Porträt eines indischen Milliardärs, der in der Formel-1 Renngeschichte schreibt. In einem Interview gab der Generalsekretär des südostasiatischen Staatenbundes Asean unseren Lesern gerade Tipps, wie der Westen die Finanzkrise überwinden könnte. Vor zehn Jahren stand Asien selber am Abgrund.

Die alle zwei Jahre stattfindende Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft fand dieses Jahr wieder in Singapur statt. Was waren die beherrschenden Themen?

In Singapur ging es um zwei Themen: Um das Überwinden der Weltfinanzkrise und um die wachsende Bedeutung Südostasiens. Letztlich war der Dreh- und Angelpunkt für beide Debatten die Asienkrise 1998/99. Durch die selbstgeschaffenen Probleme und den darauffolgenden Aufstieg Chinas geriet Südostasien in den Hintergrund. Das war ein Fehler. Immerhin liegt hier das regionale Wirtschaftszentrum Singapur. Und in Malaysia, Indonesien, Thailand und Vietnam entstehen interessante Wachstumsmärkte. Die Region entwickelt ihre eigene Vision als Scharnier zwischen China und Indien, wächst ein stückweit zusammen. Immerhin sprechen wir hier über ein Gebiet mit knapp 600 Millionen Menschen, eine wachsende Mittelschicht. Ich habe den Eindruck, dass die deutschen Unternehmen das inzwischen wieder erkannt haben. Die Politik folgt nun.

Welche Trends und Stimmungen konnten Sie beobachten?

Die Konzernlenker aus Deutschland waren mit einem Selbstbewusstsein Südostasiens konfrontiert, das sie so nicht kannten und nicht erwartet haben. „Wir bieten Europa gerne Rezepte und Ideen an, wie es mit der Krise fertig werden kann. Denn wir haben schon manche erfolgreich gemeistert“, sagte die indonesische Handelsministerin Mari Pangestu vor den rund 750 Geschäftsleuten aus Deutschland und Asien. Ich denke schon, dass dieser Weckruf, dieses Mahnen, Südostasien wieder stärkere Beachtung zu schenken, angekommen ist.

Gibt es ein Erfolgsrezept für deutsche Unternehmen in Asien?

Man kann eine Entwicklung beobachten. Zunächst ging es um Billigfertigung in Asien. Daruf folgte der Versuch, die dortigen Märkte mit unseren Produkten zu erobern. Heute orientierten sich die westlichen Unternehmen an den speziellen Kundenwünschen der Asiaten. Die Automobilindustrie hat das vorgemacht, etwa mit längeren Fahrzeugen, die auf das Fahren mit Chauffeur ausgerichtet sind. Heute entwickeln Konzerne wie Siemens in Indien oder China mit den dortigen Ingenieuren Produkte, die von Überflüssigem befreit sind, dadurch preisgünstiger werden und so die heranwachsende asiatische Mittelschicht ansprechen sollen.

Wie sieht die Entwicklung in umgekehrter Richtung aus?

Das ist eine Sache, die uns in den kommenden Monaten noch sehr stark beschäftigen wird. Jeder Industrielle hier hat Übernahmepläne in der Schublade liegen, sagte mir gerade ein Banker in Indien. An Europa interessiert, was schon immer interessierte: Marken, neue Märkte, Erfahrung, Produktionsprozesse, Forschung und Entwicklung. Das gilt insbesondere für Deutschland, und dort auch für den Mittelstand. Wenn Inder wie Baba Kalyani mittelständische Zulieferbetriebe der Automobilbranche gleich reihenweise aufkaufen, dann hat das System. Die Asiaten arbeiten sich so Schritt für Schritt an die hochwertigen Märkte der Industrieländer heran.////

21.09.2010
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

G8 Gipfel 2012

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht