Donnerstag, 24.05.2012 21:31

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland etwas gesunken

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai etwas gefallen. Die Einschätzung der...weiter

53 % der Internetnutzer in Deutschland sind in sozialen Netzwerken aktiv

Mehr als die Hälfte (53 %) der Internetnutzer in Deutschland nutzte im Jahr 2011 soziale Netzwerke für private...weiter

IMK: Rezessionsgefahr in Deutschland weiterhin niedrig

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland ist weiterhin sehr niedrig. Bis Ende Juli besteht keine Gefahr...weiter

Aktuell

Deutschland

Beckstein bestreitet Behörden-Versäumnisse  

Wirtschaft

Karstadt-Besitzer offenbar an Schlecker interessiert  

Kultur

"Wir setzen auf Musikalität"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Mehr als Tanz – die Ausstellung „Yvonne Rainer. Raum, Körper, Sprache“  

„Wir verlassen uns auf Prinzipien, die seit 40 Jahren eingeübt sind...  

Vergangenheit und Zukunft des Weltverbands der Bibliotheken (IFLA)  

Bookmarks
| |

Bundesministerin Ilse Aigner im Interview

Lebensmittel sorgen für ein Plus im Export

Ein Gespräch mit Bundesministerin Ilse Aigner über die Rolle der Agrarwirtschaft im Hightechland Deutschland, den Boommarkt Bio-Lebensmittel und die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Hunger in der Welt

Frau Ministerin Aigner, was würden Sie Besuchern aus dem Ausland raten: Wo können sie das „Genussland Deutschland“ am besten kennen lernen?

Ich komme aus Bayern, dem Süden Deutschlands. Bayern ist in der ganzen Welt für sein Bier und seine Weißwürste berühmt. Doch Deutschland hat noch mehr zu bieten. Unser Land reicht schließlich von der Küste an Ost- und Nordsee bis hin zu den Alpen. In jeder Region gibt es besondere „Leckerbissen“, die man auf jeden Fall probieren sollte. Ganz typisch für Deutschland ist die einzigartige Brotkultur. In keinem anderen Land gibt es so viele hervorragende Brotsorten wie bei uns. Mein Ministerium hat im vergangenen Jahr in Lüneburg das Pilotprojekt „Köstliches Deutschland“ gestartet. Wir wollen den Menschen Genuss, Esskultur, Qualitätsprodukte und die handwerkliche Lebensmittelerzeugung näher bringen. In der Hansestadt Lüneburg wurde früher Salz gewonnen und damit gehandelt, heute ist die Stadt vor allem für ihre Kartoffeln bekannt. Welche deutsche Stadt im Oktober 2009 Ausrichter der „Geschmackstage“ sein wird, entscheiden wir in Kürze.

Welchen Stellenwert hat die Landwirtschaft in Deutschland?

Einen sehr hohen! In der Agrarwirtschaft, also in der Landwirtschaft und der vor- und nachgelagerten Wirtschaft, arbeiten rund vier Millionen Menschen. Das sind fast zehn Prozent aller Erwerbstätigen. Die Lebensmittelkette vom Acker bis zum Einkaufskorb ist auf die Qualitätsprodukte der deutschen Landwirtschaft angewiesen. Zudem sorgen Lebensmittel aus Deutschland für ein Plus im Export.

Welches sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter aus Deutschland? Viele denken sicher zuerst an Bier.

Bier ist tatsächlich eines der wichtigsten Lebensmittel, die deutsche Unternehmen in alle Welt exportieren. Mit rund drei Milliarden Euro im Jahr 2008 ist jedoch der Käse das Lebensmittel mit dem höchs­ten Exportwert – hier sind wir Export­weltmeister – noch vor den Niederlanden oder Frankreich. Als Nächstes kommen Backwaren, Schokolade und frisches Schweinefleisch. Bier steht an sechster Stelle – dicht gefolgt von Branntwein und Wein.

Wie wichtig ist der Agrarexport für Deutschland?

Der Agrarexport sichert bestehende Arbeitsplätze und schafft neue, besonders in den ländlichen Regionen Deutschlands. Mittlerweile erwirtschaftet ein deutscher Landwirt jeden fünften Euro durch Exporte, die Ernährungsbranche sogar jeden vierten Euro. Mit voraussichtlich 53 Milliarden Euro haben die deutschen Agrarexporte 2008 abermals ein Rekordergebnis erzielt. Trotz der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ist es der Ernährungswirtschaft gelungen, ihre Ausfuhren annähernd stabil zu halten. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist die Exportförderung wichtig. Mein Ministerium versteht sich in erster Linie als „Türöffner“. Es kommt darauf an, bestehende Märkte zu pflegen und kaufkräftige Märkte in aufstrebenden Volkswirtschaften wie Russland, China, Indien oder auch Südostasien zu öffnen. Entscheidend ist der faire Zugang zu diesen Märkten. Gemeinsam mit der Wirtschaft habe ich einen Aktionsplan Exportförderung erarbeitet, der die notwendigen Maßnahmen bündelt und fokussiert.

Gesunde Ernährung hat für viele ­Deutsche einen hohen Stellenwert: In ­jedem Supermarkt gibt es heute Bio-Lebensmittel. Wird der Öko-Boom so weitergehen?

Der Bio-Markt ist weiterhin auf Wachstumskurs. Deutschland ist mit rund 5,8 Milliarden Euro der größte Markt für Bio-Lebensmittel in Europa. In den letzten fünf Jahren konnten in Folge zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet werden. Marktexperten gehen davon aus, dass dieser positive Trend – wenn auch in etwas abgeschwächter Form – in den nächsten Jahren weiter anhalten wird. Der ökologische Landbau ist in Deutschland gut aufgestellt. Allerdings gilt es, die Qualität und Produktivität weiter zu verbessern, Logistik- und Distributionskosten zu senken und den Erwartungen der Verbraucher an besondere Qualität, Herkunft und Preis noch stärker gerecht zu werden. Dem muss sich die Bio-Branche zunächst selbst stellen. Die Politik wird die positive Entwicklung weiter unterstützen und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Die Förderung des ökologischen Landbaus im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ sowie die Weiterführung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau mit jährlich 16 Millionen Euro sind dabei wichtige Ansatzpunkte.

Auch bei konventionell hergestellten Lebensmitteln hat das Thema Qualität hohen Stellenwert. Wie wird in Deutschland für die Lebensmittelsicherheit gesorgt?

Das europäische und nationale Lebensmittelrecht stellen hohe Anforderungen an die Erzeugung, das Behandeln und das Inverkehrbringen von Lebensmitteln. Die Verantwortung dafür, dass Lebensmittel alle rechtlichen Bestimmungen erfüllen, tragen die Lebensmittelunternehmer. Die Kontrolle erfolgt durch die amtliche Lebensmittelüberwachung. Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität stehen auch für den Bund an erster Stelle. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unterstützt die Länder bei der Koordinierung bundesweiter Überwachungsprogramme. Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht wissenschaftlich unabhängig und für jeden zugänglich Risiken, die mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel verbunden sein könnten.

Der Einsatz der „Grünen Gentechnik“ ist umstritten. Sie haben kürzlich die Aussaat einer gentechnisch veränderten Maissorte verboten. In den USA und den meis-ten EU-Ländern ist der Anbau erlaubt. Wieso gehen Sie einen anderen Weg?

Das war keine Grundsatzentscheidung für oder gegen die Grüne Gentechnik. Es lagen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, dass der Anbau der Maissorte MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Daher musste ich die Anbauzulassung aussetzen. Mit dieser Bewertung komme ich zu dem gleichen Ergebnis, wie die EU-Staaten Frankreich, Österreich, Griechenland, Ungarn und Luxemburg, die ebenfalls den Anbau untersagt haben.

Im April haben sich zum ersten Mal die Agrarminister der acht führenden Industrienationen mit Vertretern aus Schwellenländern getroffen, um zu beraten, wie man in der Wirtschaftskrise die Ernährung der wachsenden Bevölkerung sichern kann. Mit welchen Ergebnissen?

Die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung ist eine der dringendsten politischen Aufgaben unserer Zeit. Die G8-Agrarminister sind sich einig, dass das Thema Welternährung künftig den gleichen Stellenwert haben muss wie der Klimaschutz, die weltweite Finanzkrise, der Umweltschutz und die Energieversorgung. Ziel ist es, die Auswirkungen der Finanzkrise auf Hunger und Armut zu verringern, eine nachhaltige Agrar- und Nahrungsmittelproduktion zu stärken, Agrarforschung zu intensivieren und unfairen Wettbewerb zu vermeiden. Die Landwirte der Welt müssen mehr und nachhaltig produzieren, damit zukünftig globale Krisen verhindert werden können. Entscheidend ist auch die stärkere Förderung der kleinbäuerlichen Betriebe in den Entwicklungsländern sowie die Unterstützung individueller Projekte. Nur durch eine nachhaltige Landwirtschaft und die Konzentrierung auf Kleinbauern kann das Recht auf Nahrung verwirklicht werden.

Interview: Janet Schayan

02.06.2009
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

G8 Gipfel 2012

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht