Der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste offizielle deutsche Auszeichnung für Gestaltung. Dieses Jahr hatten sich 1200 Designer um ihn beworben. Zehn Bewerber erhielten im Februar in Frankfurt am Main den Designpreis in Gold, fünf von ihnen im Kommunikationsdesign. Ein Designpreis in Gold ging an Dan Reynolds für den Entwurf der Serifenschrift Malabar, die von Linotype herausgegeben wird. Die Gestaltung der Malabar ist für die Verwendung in modernen indischen Tageszeitungen zugeschnitten.
„Für jede Publikation ist die Schriftart ein Schlüsselelement des eigenen Markenauftritts. Das Erscheinungsbild, die Robustheit und die Sprachauswahl sind dabei wichtige Faktoren für ein Medium. Bei einer Schriftfamilie, in der sowohl Devanagari als auch lateinischen Zeichen zum Einsatz kommen, müssen die zwei Schriftsysteme nahtlos zusammenarbeiten. Sie müssen zugleich aber auch alleine funktionieren“, heißt es in der Jurybegründung.
Dan Reynolds versteht die Goldmedaille auch als eine generelle Auszeichnung für die Schriftgestaltung: „Den Deutschen Designpreis als Schriftdesigner zu erhalten, ist etwas ganz Außergewöhnliches, denn mit dem Preis wird weit mehr ausgezeichnet als nur die Malabar. Durch den Award wird Schriftgestaltung in das Zentrum der Designwelt gerückt. Schrift ist nicht die Gestaltung von Buchstaben auf dem Bildschirm – Schrift ist ein qualitatives Designprodukt.“
Am Wettbewerb um den Designpreis können nur Produkte teilnehmen, die bereits national oder international ausgezeichnet wurden. Daher gilt der deutsche Designpreis als „Preis der Preise“. Eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme ist die Nominierung durch die Wirtschaftsministerien und -senatoren der Länder bzw. durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
Der Name der Schrift geht übrigens auf eine Kaffeesorte zurück. Als Dan Reynolds in Berlin an der robusten, antik anmutenden Schrift arbeitete, ging er häufiger ins Café Barcomi‘s in der Nähe seiner Kreuzberger Wohnung. Dort bestellte er gern „India Monsooned Malabar“.















