Zeitgenössische junge Mode ist nicht unbedingt das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Palästina denkt. So war auch die Modedesignerin Susanne Kümper erstaunt, als das Goethe-Institut in Ramallah sie bat, ein Konzept für einen Mode-Workshop in den palästinensischen Gebieten zu entwickeln. Er sollte sich thematisch um das Spannungsverhältnis von Mode und Identität drehen. Seit Jahren arbeitet die 41jährige Deutsche in Kairo mit jungen ägyptischen Modegestaltern. An der Universität Helwan hat sie den ersten ägyptischen Studiengang Modedesign aufgebaut. Mit vielen ihrer Projekte in Ägypten inspirierte sie die Studenten dazu, Mode als Sprache zu begreifen, in der sie davon erzählen, wer sie sind, wie sie sich sehen oder wer sie sein möchten, egal ob traditionell verhüllt oder modern gekleidet oder in der mutigen Vermischung von beidem.
Der Workshop, den Susanne Kümper im Westjordanland veranstaltete, erhielt das Motto "Insight Out". Was mit einem dreitägigen intensiven Brainstorming begann, fand seinen Abschluss Ende 2008 mit einer Modenschau in einer kleinen Galerie in Ramallah. 17 palästinensische Frauen und drei Männer präsentierten stolz ihre Kollektionen. Zwischendurch waren immer wieder organisatorische Hürden zu nehmen. Der Workshop fand in Bethlehem statt, aber Teilnehmer aus der Gegend um Ramallah brauchten täglich viele Stunden, um durch die Checkpoints zum Workshop zu gelangen. Daraufhin bot Susanne Kümper Teile des Workshops auch in Ramallah an. Es ist geplant, die Kollektionen auch in Kairo und Berlin zu zeigen.














