Schon die Vorpremiere war ein Erfolg. Auf der Business of Design Week (BoDW) 2010 in Hongkong zeigte der Rat für Formgebung eine kleine Auswahl deutschen Designs. Vor allem junge Menschen drängelten sich am Stand, ließen sich vor den Produkten fotografieren und bestaunten den roten Mercedes SLS AMG, die WMF-Kaffeemaschine und die Grohe-Handbrausen. Wie wird die Resonanz erst sein, wenn Deutschland dieses Jahr als Partnerland der BoDW auftritt?
Die Business of Design Week in Hongkong ist die größte Design-Veranstaltung im asiatischen Raum. Seit der Premiere im Jahr 2003 stiegen die Besucherzahlen um das Siebenfache – 70 Prozent kommen aus der Kreativwirtschaft und von Unternehmen. Die Leitmesse für Asien besteht aus verschiedenen Sektionen. Das BoDW Forum ist eine Konferenz für Designer, Unternehmer und Brand Manager. Dieses Jahr wird Deutschland als Partnerland 40 Prozent der Redner stellen und in einer Ausstellung „Design Deutschland – Brand New Germany“ präsentieren. Für die begleitende Messe Inno Design Tech Expo ist eine Gemeinschaftspräsentation von Unternehmen in einem Deutschen Pavillon geplant. Auf weiteren Veranstaltungen stellen sich junge Designer, Hochschulen und Bundesländer vor.
„Das Image Deutschlands ist in Asien vor allem durch die Solidität und Qualität seiner Produkte geprägt“, sagt Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rates für Formgebung, einem der weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Know-how-Transfer im Bereich Design. „Die Präsentation auf der BoDW bietet uns vielfältige Möglichkeiten. Wir können deutsches Design in der Region promoten, das Image verjüngen und den Markteintritt für Unternehmen unterstützen. Dafür werden wir in einer Ausstellung die umfassende Erfolgsgeschichte deutscher Produkte, aktuelle Entwicklungen sowie die Perspektiven für das deutsche Design im 21. Jahrhundert aufzeigen.“
Seit dem Bauhaus steht deutsches Design für funktionale und effiziente Formen. Damit ist es auch im internationalen Kontext eindeutig positioniert. „Die US-Amerikaner denken in anderen Dimensionen, egal ob beim Automobil oder bei der Badewanne“, sagt Kupetz. „Und das japanische Design ist zwar dem deutschen ähnlich, aber noch mehr durch Harmonie geprägt. Ein Design mit runden Ecken, wenn man so will.“ Beste Beispiele für deutsches Design finden sich traditionell im Automobilbau, bei Möbeln, in der Küche, bei der Tischkultur und im Sanitärbereich. In jüngster Zeit werden modische Accessoires und Lifestyle-Produkte immer wichtiger. „Das Design gewinnt an Emotion“, sagt Kupetz.
Kerstin Koschnicke, Projektmanagerin Messen und Ausstellungen beim Rat für Formgebung, hat mit den Vorbereitungen für die Präsentation alle Hände voll zu tun. In ihrem Büro auf dem Frankfurter Messegelände steht das Telefon kaum still. Sie spricht Unternehmen und Designer, Hochschulen und Bundesländer an, um die geeigneten Produkte, Referenten und Teilnehmer für das Top-Event 2011 zu gewinnen. Schwer fällt ihr das nicht, denn Unternehmen und Designer wissen um den aufkommenden chinesischen Markt. „Die wohlhabenden Zielgruppen in China sind imagebewusst – gepaart mit einem ästhetischen Empfinden bringt es ihnen Anerkennung und sie sind durchaus bereit, dafür auch etwas mehr auszugeben“, kommentiert Paul Flowers, Senior Vice President Design der Grohe AG mit Sitz in Düsseldorf, die Entwicklung. Das verspricht große Chancen für die deutsche Designindustrie.////















