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Erneuerbare Energien

Solarstrom aus der Wüste

Unter der Leitung einer deutschen Firma entsteht in der kalifornischen Mojave-Wüste Beeindruckendes. Das Blythe Solar Power Project soll bis zu 1000 Megawatt Ökostrom liefern.

Ende Oktober erteilte US-Innenminister Ken Salazar die finale Baugenehmigung für den Solarkraftwerksstandort Blythe in der kalifornischen Mojave-Wüste. Auf einer Fläche von rund 2800 Hektar soll das größte Solarkraftwerk der Welt entstehen. Die US-Behörde für die Verwaltung staatseigener Ländereien, das Bureau of Land Management, verpachtet der Solar Millenium LLC, der amerikanischen Projektentwicklungseinheit innerhalb der deutschen Solar Millennium Gruppe, die Nutzungs- und Zugangsrechte der staatlichen Ländereien an dem Standort. Es ist die erste Genehmigung des US-Innenministeriums für ein Parabolrinnen-Kraftwerk auf staatseigenen Ländereien. Finanziert werden soll das rund sechs Milliarden Euro teure Projekt vor allem durch private Investoren

„Das Blythe Projekt ist ein ganz wesentlicher Meilenstein für die regenerative Energiewirtschaft unserer Nation“, erklärte Salazar bei der Unterzeichnung der Genehmigung. „Gleichzeitig zeigt es einen ganz realen Weg, wie wir durch die Nutzung unserer eigenen erneuerbaren Rohstoffe Arbeitsplätze bei uns zu Hause schaffen können.“ Am Standort Blythe sollen vier solarthermische Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt entstehen. Damit stieße das Großkraftwerk in die Leistungsdimensionen von Kernkraftwerken vor. Zusammen sollen die vier Kraftwerke genügend Strom für über 300000 amerikanische Haushalte produzieren und damit rund eine Million Tonnen Kohlendioxid einsparen. Solar Millennium rechnet mit der Schaffung von 1000 Jobs während der Bauphase am Standort Blythe und mit über 220 permanenten Stellen ab der Inbetriebnahme aller vier Kraftwerke. „Die Genehmigung in Blythe zeigt die Entschlossenheit der US-Regierung, Solarkraftwerken im zukünftigen Energiemix einen größeren Stellenwert zu geben“, betonte Josef Eichhammer, CEO der Solar Millennium LLC. 2013 soll der erste, 242 Megawatt starke Kraftwerksblock am Netz sein.

Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel Sonnenstrahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Im Rohr wird eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock Dampf erzeugt, der in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt wird. Durch Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden, auch nachts. Die gleiche Technik soll bei dem internationalen Großprojekt Desertec zum Einsatz kommen, an dem die deutsche Solar Millennium ebenfalls beteiligt ist. Hier sollen Kraftwerke in der Sahara entstehen und Europa mit Strom versorgen.

Deutschland und die USA verbinden zahlreiche Solarenergie-Projekte. So erwartet Solar Millennium in den nächsten Monaten Genehmigungen für drei weitere Kraftwerksstandorte in Nevada und Kalifornien. Während die in Deutschland installierten Solarenergie-Kapazitäten von rund 10000 Megawatt ein weltweiter Spitzenwert sind, liegen die USA mit über 2000 Megawatt bisher noch an vierter Stelle. US-Firmen zählen zu den wichtigsten Investoren des Photovoltaik-Clusters „Solar Valley“ im ostdeutschen Bundesland Brandenburg, das die größte Konzentration von Solarunternehmen weltweit aufweist.////

09.11.2010
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