Von Thomas Mapfumo, „dem Löwen von Simbabwe“, bis zu Miriam Makeba, auch bekannt als „Mama Afrika“: Die große Glasvitrine mit Schallplatten afrikanischer Musiker lässt die Vielfalt der Musik erahnen, die an diesem Ort gesammelt wird. Universität Mainz, Institut für Ethnologie und Afrikastudien: Hier befindet sich das Archiv für die Musik Afrikas (AMA) – eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner afrikanischer Tonträger. Schellack- und Vinylschallplatten, Audio- und Videokassetten, CDs und DVDs: In den Archivräumen im Keller des Instituts lagern rund 10000 Tonträger, die teilweise aus den 1940er-Jahren stammen. Entstanden ist das Archiv 1991. Aufgebaut hat es ein Anglist, der sich für afrikanische Musik begeisterte: Wolfgang Bender. Als Dozent am Institut für Ethnologie und Afrikastudien pflegte er Kontakte nach Afrika und sorgte dafür, dass das Archiv durch Zukäufe oder Schenkungen wachsen konnte. Heute umfasst die Sammlung Suaheli-Platten aus Kenia und Tansania genauso wie das digitalisierte Radioarchiv von Sierra Leone. Weitere regionale Schwerpunkte sind Äthiopien, Ghana, Kamerun, Kongo (Ex-Zaire) und Nigeria.
Ein Stockwerk über dem AMA trifft man den neuen wissenschaftlichen Leiter des Archivs: Dr. Hauke Dorsch ist seit März 2010 für die musikalische Schatzkammer verantwortlich. Der Ethnologe hat viel über Musik und Migration mit einem Fokus auf Afrika gearbeitet. Auf seinem Schreibtisch liegt die aktuelle CD „Dakar-Kingston“ von Senegals Musikstar Youssou N‘Dour. Doch die Faszination an afrikanischer Musik weckte bei Dorsch ein afrikanisches Musikinstrument: die Kora, eine westafrikanische Stegharfe. Im Gespräch berichtet Dorsch von interessanten neuen Entwicklungen wie dem „Kuduro“, harter, elektronischer Beatmusik aus Angola und dem ersten gemeinsamen Seminar mit den Musikwissenschaftlern im kommenden Semester über westliche Musik in Afrika und afrikanische Musik im Westen.
Als Leiter des AMA will er die Sammlung, zu der auch Film- und Ausstellungsplakate gehören, dokumentieren, sie weiter ausbauen und das Archiv einer breiteren akademischen und nichtakademischen Öffentlichkeit bekannt machen. Auch neue Kooperationen mit Archiven in Afrika seien denkbar, sagt Dorsch. Und vielleicht findet sich beim weiteren Sichten der Sammlung auch noch die eine oder andere musikalische Rarität, die sich,so Dorsch, vielleicht zusammen mit einer Plattenfirma einer neuen Fangemeinde bekannt machen lässt.////















