Die rätselhafte Infektionskrankheit lauert in Wasser- und Sumpfgebieten: Buruli-Ulkus, eine bakterielle Erkrankung, verursacht schwere Hautgeschwüre und hat sich in Ghana unter der Bevölkerung auf dem Land stark ausgebreitet. Wirkungsvolle Diagnose- und Behandlungsmethoden fehlen – bisher. Neue Erkenntnisse könnte das deutsch-ghanaische Fachzentrum für Entwicklungs- und Gesundheitsforschung liefern, das im Juni 2009 an der Universität von Ghana in Accra eröffnet hat. Das Fachzentrum bündelt wissenschaftliche Kompetenz unter einem Dach: Als Partner arbeiten die School of Public Health der Universität von Ghana und das Universitätsklinikum Heidelberg (Sektion Klinische Tropenmedizin) im Bereich der Gesundheitsforschung zusammen, in der Entwicklungsforschung kooperieren das „Institute of Statistical, Social and Economic Research“ (ISSER) der Universität von Ghana und das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
Accra ist eines von fünf neuen Afrika-Fachzentren. Deren Aufbau wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Zusammenarbeit mit Hochschulen und mit Mitteln der „Aktion Afrika“ des Auswärtigen Amtes (jeweils 2,5 Millionen Euro für 2008 und 2009) gefördert. Mit Rechtswissenschaft beschäftigt sich das deutsch-tansanische Fachzentrum, bei dem die Fakultät für Jura der Universität von Dar-es-Salaam und das Institut für Afrikastudien und die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth zusammenarbeiten. Strafjustiz und Entwicklungsforschung stehen im Mittelpunkt des deutsch-südafrikanischen Fachzentrums an der Western Cape Universität. Hier sind die Kooperationspartner das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) an der Ruhr-Universität Bochum und die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Mit Logistik beschäftigt sich das deutsch-namibischen Fachzentrum in Windhoek, bei dem die Polytechnic von Namibia und die Fachhochschule Flensburg ihre seit 2003 bestehende Partnerschaft vertiefen. Das fünfte Zentrum mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Mikrofinanzen soll im November 2009 in der Demokratischen Republik Kongo eröffnen. Es bringt die Université Protestante au Congo (UPC) in Kinshasa und die Frankfurt School of Finance & Management zusammen.
Der DAAD will mit den Fachzentren die Entwicklung moderner Hochschulstrukturen in Afrika fördern und die Ausbildung künftiger afrikanischer Führungskräfte unterstützen. Die Zentren, durch deren Vernetzung weitere Synergieeffekte für den Kontinent entstehen sollen, bieten größtenteils Master- und PhD-Programme an, ermöglichen Forschungsprojekte und vergeben Stipendien. Leitgedanke der Zusammenarbeit ist eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“. So sollen etwa deutsche und afrikanische Studierende ein wissenschaftliches Thema gemeinsam bearbeiten.














