Die Kanzlerin
Eine außergewöhnliche Karriere, bei der in ihren Anfängen nichts darauf hindeutete, dass Angela Merkel einmal die erste Frau an der Spitze einer deutschen Bundesregierung sein würde: Angela Merkel ist Physikerin und beschäftigte sich in ihrem ersten Leben als Wissenschaftlerin intensiv mit Fragen der Quantenchemie. Als Tochter eines Pfarrers und einer Lehrerin wurde sie in Hamburg in der Bundesrepublik geboren, wuchs aber im zur ehemaligen DDR gehörenden Teil Norddeutschlands in Brandenburg auf. Ein ungewöhnlicher deutsch-deutscher Biografie-Baustein. Mit der friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung 1990 entdeckte die Naturwissenschaftlerin ihre Leidenschaft für das politische Gestalten. Der Beginn des zweiten, des öffentlichen Lebens der Angela Merkel.
Nur zehn Jahre vergehen, bis Angela Merkel im Jahr 2000 den Vorsitz der Volkspartei CDU übernimmt – auch hier als erste Frau. Ein rasanter Aufstieg, aber auf die ihr eigene unprätentiöse Weise. Wiederum nur fünf Jahre später wird sie Deutschlands erste Bundeskanzlerin. Als sachorientiert und durchsetzungsstark gilt sie, international wird sie als verlässliche Vermittlerin geschätzt. Und auch nach den Wahlen 2009 steht sie wieder an der Spitze der Bundesregierung. Nach dem deutschen Wahlrecht werden die Bundeskanzler nicht direkt gewählt. Aber auch wenn das der Fall wäre, hätte Angela Merkel gute Chancen gehabt. Seit Jahren gehört die CDU-Politikerin in Umfragen zu den beliebtesten Politikern in Deutschland.
Dr. Angela Merkel
Geboren am 17. Juli 1954 in Hamburg, aufgewachsen in Templin, Brandenburg; 1973–1978 Physikstudium, Leipzig; 1978–1990 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Akademie der Wissenschaften, Berlin
1989 Mitglied des „Demokratischen Aufbruchs“; 1990 Eintritt in die CDU; seit 1990 Bundestagsabgeordnete; 1991–1998 Stellvertretende CDU-Vorsitzende; 1991–1998 Bundesministerin; 1998–2000 CDU-Generalsekretärin; seit 2000 CDU-Vorsitzende; 2002–2005 CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag; seit November 2005 Bundeskanzlerin
Der Außenminister
Verantwortung als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, dem Jugendverband der FDP, den er mitbegründet hat, übernahm Guido Westerwelle als 21-Jähriger. An die Spitze seiner Partei auf Bundesebene wurde er mit 39 Jahren gewählt, fünf Jahre zuvor zog er zum ersten Mal in den Bundestag ein. Er gilt als guter Rhetoriker. In den vergangenen Jahren hat Guido Westerwelle die FDP entscheidend geprägt. Als ihr Spitzenkandidat holte er bei den Bundestagswahlen 2009 ein Rekordergebnis. Es ermöglichte die Regierungsbildung der CDU/CSU mit der FDP. Als Vorsitzender des kleineren Koalitionspartners ist Guido Westerwelle seit Oktober 2009 Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland. Zudem bekleidet der Jurist das Amt des Vizekanzlers des Landes.
Aufgewachsen ist Guido Westerwelle, Sohn eines Juristenpaars, in Bonn. Die Stadt am Rhein war bis zur Wiedervereinigung 1990 Hauptstadt der Bundesrepublik. Vielleicht hat auch diese Tatsache sein Interesse an der Politik geweckt, ganz sicher aber prägte seine Wertschätzung für Hans-Dietrich Genscher, von 1974 bis 1992 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, den er als „ein großes Vorbild“ nennt, sein politisches Weltbild. Als Außenminister hat Guido Westerwelle in seiner ersten Ansprache an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts die Kontinuität deutscher Außenpolitik betont: „Kontinuität, nicht etwa verstanden als Ideenlosigkeit, sondern als Fortsetzung einer großen Erfolgsgeschichte.“
Dr. Guido Westerwelle
Geboren am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn; 1980–1991 Jurastudium in Bonn sowie 1. und 2. Staatsexamen in Köln und Düsseldorf; Promotion zum Dr. jur.; seit 1991 Rechtsanwalt in Bonn
1980 Eintritt in die FDP; Gründungsmitglied der Jungen Liberalen; 1983–1988 Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen; 1994–2001 Generalsekretär der FDP; seit 1996 Mitglied im Deutschen Bundestag; seit Mai 2001 Bundesvorsitzender der FDP; 2006 bis Oktober 2009 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion














