Als am 25. Juni in Berlin die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble vor drei Jahren ins Leben gerufene Deutsche Islamkonferenz zum vorerst letzen Mal tagte, war das mediale Interesse groß. Aufgabe der Islamkonferenz sollte sein, „eine Lösung der Probleme des Zusammenlebens gemeinsam und im Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen zu suchen“, wie Schäuble zu Beginn erklärt hatte. Allerdings gibt es keine Organisation, die alle in Deutschland lebenden Muslime vertritt und die meisten von ihnen sind auch nicht in den bestehenden Verbänden organisiert. Daher waren zur Konferenz neben fünf Vertretern der muslimischen Dachverbände auch zehn Personen eingeladen, die das Spektrum nicht organisierter und säkularer Muslime abbilden sollten, sowie 15 Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen. Sie trafen sich seit 2006 insgesamt vier Mal im Plenum und mehrmals im Jahr in den Arbeitsgruppen „Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens“, „Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis“ und „Medien“, in denen auch eine Reihe weiterer Persönlichkeiten mit muslimischem Hintergrund mitdiskutierten.
Die Erwartungen der Teilnehmer an die Islamkonferenz waren von Anfang an höchst unterschiedlich. Dass der Dialog nicht einfach sein würde, stellten die Beteiligten schon bald fest. Immerhin gab es aber zentrale Punkte, auf die sich die Runde verständigen konnte. Dazu gehört unter anderem eine Handreichung mit Empfehlungen zu religiös begründeten schulpraktischen Fragen. Festgehalten wurde auch, dass an den deutschen Schulen ein bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht eingeführt werden soll. Einen Konsens gab es zudem über die Legitimität von Moscheebauten. „Die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit umfasst selbstverständlich auch das Recht der muslimischen Gemeinden, Moscheen zu errichten“, heißt es in einem der verabschiedeten Papiere.
„Der Islam ist Teil Deutschlands“, hatte Schäuble im September 2006 zum Auftakt der Islamkonferenz erklärt. Und auch, dass die Muslime willkommen seien in Deutschland. Darüber gebe es nichts zu verhandeln - wie unterschiedlich die Glaubenspraxis von Muslimen auch sein möge: Das brachte der Bundesinnenminister in aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Schäuble hat mit der Islamkonferenz einen Prozess ins Rollen gebracht hat: Es war die Idee des Christdemokraten, Muslime und Vertreter der Politik an einen Tisch zu bringen. Das setzte einen Dialog in Gang, der längst nicht mehr nur auf Bundesebene geführt wird und sichtbar ist in der Gesellschaft. Man braucht nur einen Blick auf die jüngeren Aktivitäten der Kommunen zu werfen: Vielerorts gibt es Runde Tische, da wird mit Muslimen gesprochen, und nicht über sie. „Ohne Zweifel ist eine Fortsetzung des ernsthaften und strukturierten Dialogs in dieser Konferenz notwendig“, erklärte Schäuble. Davon sind auch sowohl die organisierten als auch die nicht organisierten muslimischen Teilnehmer der Islamkonferenz überzeugt. Daher verabschiedete das Plenum am 25. Juni seinen Bericht ganz bewusst als Zwischenresümee.














