Donnerstag, 24.05.2012 18:17

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland etwas gesunken

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai etwas gefallen. Die Einschätzung der...weiter

53 % der Internetnutzer in Deutschland sind in sozialen Netzwerken aktiv

Mehr als die Hälfte (53 %) der Internetnutzer in Deutschland nutzte im Jahr 2011 soziale Netzwerke für private...weiter

IMK: Rezessionsgefahr in Deutschland weiterhin niedrig

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland ist weiterhin sehr niedrig. Bis Ende Juli besteht keine Gefahr...weiter

Aktuell

Deutschland

Beckstein Zeuge im NSU-Untersuchungsausschuss  

Wirtschaft

Tarifeinigung in der Chemieindustrie  

Kultur

"Wir setzen auf Musikalität"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Mehr als Tanz – die Ausstellung „Yvonne Rainer. Raum, Körper, Sprache“  

„Wir verlassen uns auf Prinzipien, die seit 40 Jahren eingeübt sind...  

Vergangenheit und Zukunft des Weltverbands der Bibliotheken (IFLA)  

Bookmarks
| |

Eine Erfolgsstory aus der Provinz

Mit Hoffenheim ganz oben

Erst führte Dietmar Hopp das Softwareunternehmen SAP an die Weltspitze; jetzt überrascht sein Heimatverein Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga - auf Platz eins. Ein Porträt

Von Martin Orth

Dietmar Hopp ist am Boden. Der Erfolgsmensch sitzt auf dem Rasen des Fußballstadions. Geschafft. Aber die Fingerspitzen zeigen schon wieder nach oben. Er dirigiert im blauen Vereinstrikot schwungvoll das Vereinslied. „Olé, olé, super TSG“. Denn an diesem Tag im Mai ist der Aufstieg der TSG Hoffenheim in die Fußball-Bundesliga gelungen. Mit einer beispiellosen Erfolgsserie stieg der „Dorfverein“ innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten von einer der untersten Amateurligen in die höchste deutsche Spielklasse auf. Hopp feiert ausgelassen mit „seinen“ Jungs. Denn Dietmar Hopp ist der Vater des Erfolgs.

Wer ist dieser Mann? Macher, Milliardär und Mäzen. Dietmar Hopp ist aber auch heimatverbunden, fußballverrückt und erfolgsorientiert. 1940 in Heidelberg geboren, wächst er in dem 3300-Seelen-Dorf Hoffenheim zwischen Heidelberg und Heilbronn auf. Sein Elternhaus steht heute noch im Ortskern. Als Jugendlicher kickt er bei der TSG im Sturm. „Der ging immer volles Risiko“, sagt ein ehemaliger Mitspieler. Für Tore gibt’s Wurst vom örtlichen Metzger. „Bub, werde Lehrer“, rät ihm die Mutter. „Mama, ich werde Millionär“, entgegnet der Sohn.

Wie das geht, weiß er offenbar. Mit Talent, Ideen – und viel Arbeit. Sein Informatikstudium finanziert er sich mit der Rübenernte. Er liefert Kohlen aus und sammelt Weinbergschnecken für Restaurants. Seine berufliche Karriere beginnt er als Softwareentwickler bei IBM. Dann macht er den entscheidenden Schritt. Mit vier Kollegen gründet er 1972 in Walldorf das Software-Unternehmen SAP. Er glaubt an den Erfolg, systematisch arbeitet er auf den Börsengang hin. „Danach gab’s kein Halten mehr“, sagt Hopp. Heute ist „seine“ Firma mit über 50000 Mitarbeitern der größte Anbieter von Unternehmenssoftware weltweit. Und Dietmar Hopp Milliardär.

Irgendwann denkt er: „Jetzt reicht’s. Meine Familie ist gut versorgt.“ Nach und nach zieht er sich aus dem Unternehmen zurück und baut sein „zweites Leben“ auf – immer noch als Macher, diesmal mehr als Mäzen. Er will der Gesellschaft, die ihm diesen Aufstieg ermöglicht hatte, etwas zurückgeben. Also investiert er sein Geld in junge Bio-Tech-Unternehmen, die an Therapien gegen Krebs und Alzheimer forschen. Und fördert mit seinen Millionen – inzwischen größtenteils der Dietmar-Hopp-Stiftung übertragen – vor allem Universitäten, Krankenhäuser, Schulen, Altenheime – und den Sport. Immer mit Blick auf die Region Rhein-Neckar. „Ich will dort etwas bewegen, wo ich lebe und selbst Fußball gespielt habe. Wenn ich mit der Gießkanne herumlaufe, verdampft das“, sagt Hopp.

Hopp baut die SAP-Arena in Mannheim, finanziert Eishockey- und Handballvereine, gründet den Golfclub St. Leon-Rot und investiert kräftig in „seine“ TSG Hoffenheim. Die Erfolgsgeschichte, die damit anfing, dass er ein paar Bälle springen ließ, folgt bald einem Business-Plan. Unternehmensprinzipien überträgt er auf den Verein, baut professionelle Strukturen auf, engagiert die besten Trainer, setzt auf die Jugend und verstärkt die Mannschaft gezielt. Mit hohem persönlichen Einsatz und viel Überzeugungskraft. „Ralf Rangnick bin ich vier Wochen hinterhergelaufen“, sagt Hopp. Aber es gelingt ihm, den Trainer, der schon Schalke 04 in die Champions League führte, in die Provinz zu holen. Genauer gesagt, in die 3. Liga.

Das Konzept geht auf. Zwei Jahre später spielt die TSG Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga und startet gleich als Tabellenführer in die Saison. Überall in der Region entstehen Leistungszentren für Jugendliche. Neben dem Fußball werden sie dort auch schulisch, beruflich und persönlich betreut. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ernennt Hoffenheim 2008 zur Eliteschule des Fußballs. Und Fußball-Denker Ralf Rangnick erklärt, keinen Spieler über 25 Jahre mehr zu verpflichten.

Aber das Modell stößt nicht nur auf Gegenliebe. Oft werden Vergleiche mit Menschen angestellt, die schnell Millionen in ihren Verein pumpen, aber häufig auch genauso schnell wieder weg sind. Das nervt Dietmar Hopp. Denn das passt nicht. Das Modell lebt tatsächlich vom Konzept, von der Nachhaltigkeit. „Ich verstehe Leute nicht, die meinen, dass nur Traditionsclubs eine Existenzberechtigung hätten. Wenn man das auf die Wirtschaft übertragen würde, gäbe es heute weder Microsoft noch Google oder SAP“, sagt Hopp.

Auf der Terrasse seines Golfclubs in St. ­Leon-Rot, wo auch alle anderen Fäden zusammenlaufen, plant Dietmar Hopp bereits die Zukunft. In Sinsheim, an der Autobahn A6, entsteht derzeit die Rhein-Neckar-Arena. Das Fußball-Stadion wird nach seiner Fertigstellung Anfang 2009 rund 30000 Zuschauern Platz bieten. Der Verein soll sich damit spätestens 2010 – in dem Jahr würde Dietmar Hopp 70 Jahre alt – selbst tragen. Ein Geschenk? Nein. Ein Kalkül. „Ich hoffe, es wird ein Selbstläufer.“ So viel Geschäftsmann ist er noch.

09.09.2008
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

G8 Gipfel 2012

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht