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Bonn – die deutsche VN-Stadt

Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen VN-Standort entwickelt. Auf dem VN-Campus befinden sich 19 der insgesamt 26 VN-Büros in Deutschland

In New York am Sitz der Vereinten Nationen und weltweit engagiert sich Deutschland für die Weltgemeinschaft. Umgekehrt zeigen aber auch die VN in Deutschland eine starke Präsenz. Vor allem die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden VN-Standort entwickelt. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin: Im Juli 2006 eröffneten der damalige VN-Generalsekretär Kofi Annan und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bonn den VN-Campus auf dem früheren Gelände des Deutschen Bundestags.

Seitdem haben sich dort 18 der 25 VN-Büros in Deutschland angesiedelt – ein sichtbares Zeichen für das vielfältige deutsche Engagement für die VN. Die Zahl der VN-Mitarbeiter in Bonn ist von einigen Dutzend Mitte der 90er-Jahre auf mehr als 800 gestiegen. Mit 450 Mitarbeitern beschäftigt das Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) das mit Abstand meiste Personal unter den VN-Organisationen in Deutschland. Ihre Büros haben die Mitarbeiter der Staatengemeinschaft zum Großteil auf dem Bonner VN-Campus unweit des Rhein­ufers im „Langen Eugen“, dem früheren Bürohochhaus der Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Neben Bonn haben die VN in Deutschland in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main weitere Büros. Berlin ist Sitz einer Vertretung des Hohen Flüchtlingskommissars und eines Verbindungsbüros der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Im November 2004 kamen ein Verbindungsbüro des Welternährungsprogramms (WFP) und 2007 ein Verbindungsbüro der Weltbank hinzu. In Hamburg nahm schon 1951 das UNESCO-Institut für Pädagogik (UIL) seine Arbeit auf. Seit 1996 hat auch der Internationale Seegerichtshof (ISGH) seine Adresse in der Hafenstadt. In der ­Finanzmetropole Frankfurt führt die Weltbankgruppe ein Büro.

Die Entscheidung verschiedener VN-Institutionen, Deutschland zum Sitz ihrer Sekretariate zu machen oder hier Büros zu eröffnen, zeigt auch: Die VN schätzen das starke deutsche Engagement für die Weltgemeinschaft.

Vom Klimaschutz bis zur Berufsbildung: Die Vereinten Nationen in Bonn

Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn ist mit mittlerweile 18 VN-Büros der bedeutendste VN-Standort in Deutschland. Hier haben unter anderem diese VN-Sekretariate und -Programme ihren Sitz:

Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV)

Das Programm ist die zentrale Koordinationsstelle für den Freiwilligendienst und ehrenamtliches Engagement ­innerhalb der Vereinten Nationen. Seit 1971 hat das UNV Zehntausende qualifizierte Fachleute mobilisiert, die sich für Frieden und Entwicklung engagieren.

Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC)

Das Sekretariat des 1992 beschlossenen Übereinkommens unterstützt unter anderem die Verhandlungen zum ­Klimawandel, organisiert Konferenzen und analysiert und überprüft die Informationen und Daten zum Klimawandel, die von den Vertragsstaaten erstellt werden.

Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD)

1999 errichtet, unterstützt das UNCCD die Umsetzung des Abkommens gegen den Verlust fruchtbaren Bodens und fortschreitender Trockenheit – beides Ursachen für Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöte. Es bereitet die Tagungen der Vertragsstaatenkonferenzen vor und unterstützt Entwicklungsländer vor allem in Afrika.

Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (UNEP/CMS)

Das 1984 gegründete Sekretariat entwickelt und fördert Abkommen zum globalen Schutz bedrohter Tierarten und gefährdeter Lebensräume. Es organisiert Konferenzen, unterstützt und betreut Forschungs- und Schutzprojekte und arbeitet mit Regierungen und anderen Organisationen zusammen.

Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (UNEP/AEWA)

Die Lebensräume der Wasservögel auf ihren Flugrouten zu schützen, ist Ziel des Abkommens. Es schützt mehr als 200 Wasservogelarten in einem Gebiet, das rund 40 Prozent der Erdoberfläche abdeckt. Seit 2000 wird das Abkommen vom AEWA-Sekretariat in Bonn aus gesteuert.

Universität der Vereinten Nationen – Vizerektorat in Europa (UNU-ViE)

Das UNU-ViE wurde im Juni 2007 als erstes UNU-Vizerektorat außerhalb des UNU-Hauptsitzes Tokio eingerichtet. Das Vizerektorat zielt auf die Stärkung der Präsenz der UNU in Europa und soll enge Verbindungen zwischen Gremien des VN-Systems, Regierungen und Hochschul- und Forschungseinrichtungen entwickeln.

Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS)

Die Universität der Vereinten Nationen hat das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) einge­richtet, um die Vulnerabilität und die Belastungsfähigkeit der Gesellschaft, die von natürlichen und vom Menschen verursachten Gefährdungen in einer sich verändernden Umwelt betroffen sind, zu erfassen.

Internationales Zentrum der UNESCO für Berufsbildung (UNESCO-UNEVOC)

Das Internationale Zentrum UNESCO-UNEVOC hilft den Mitgliedstaaten weltweit ihre Einrichtungen zur Berufsbildung und Fortbildung am Arbeitsplatz zu entwickeln und zu verbessern.

30.06.2010
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