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Literatur

Der Versöhner

David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern eine literarische Stimme. Dafür wird der israelische Autor mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 ausgezeichnet.

In seinen Romanen, Essays und Erzählungen gibt David Grossman dem schwierigen Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern eine literarische Stimme. Mit der Kraft der Worte setzt er sich aktiv für deren Aussöhnung ein. Für diesen Einsatz um Verständigung im israelisch-palästinensischen Konflikt hat der 56 Jahre alte israelische Autor jetzt den renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 erhalten.

Den Preis vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr während der Frankfurter Buchmesse im Oktober an eine Persönlichkeit aus der Literatur, Wissenschaft und Kunst, die auf herausragende Art und Weise zur Verwirklichung des Friedensgedanken in der Welt beigetragen hat. Grossman ist der 62. Preisträger in der Geschichte der mit 25000 Euro dotierten Auszeichnung. Weitere prominente Gewinner waren etwa Václav Havel, Mario Vargas Llosa, Susan Sontag, Orhan Pamuk oder Amos Oz.

Grossman, der nach seinem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft zunächst auch als Radio-Redakteur und Hörspielautor arbeitete, veröffentlichte 1983 seinen ersten Roman „Das Lächeln des Lammes“. Die Geschichte über drei Israelis und einen alten Araber spielt vor dem Hintergrund der besetzten Gebiete und wird von Literaturkritiker sehr positiv aufgenommen. Als Journalist von seinem Arbeitgeber entlassen, weil er sich weigerte seine Berichterstattung über die Unabhängigkeitserklärung der Palästinenser zensieren zu lassen, konzentrierte Grossman sich Ende der 1980er-Jahre ganz auf die Schriftstellerei.

Er ergründet in seinen politischen Essays die Probleme des Nahostkonflikts und macht sich in Kommentaren für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern stark. 2008 erschien Grossmans Hauptwerk „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“. Darin verarbeitet der Autor den Tod seines im Südlibanon als Soldat gefallenen Sohnes. Die Jury des Friedenspreises lobt das Buch: Grossman zeige die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warnt vor ihrer zunehmenden Militarisierung. So biete der Autor inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet.////

03.09.2010
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