Maxim Berin kann sich gut an den großen Andrang der Musiker erinnern, die alle bei den Internationalen Symphonikern in Dortmund mitspielen wollten. „Wir bekamen ungefähr 1000 Bewerbungen“, erzählt der aus Weißrussland stammende Kulturmanager. Und Berin erinnert sich auch, dass ihn das nicht sonderlich überraschte: „Mein Vater wusste nicht zuletzt durch seine Auftritte in Deutschland, dass es hier eine Vielzahl hochprofessioneller Musiker verschiedener Nationalitäten gab, die keine feste Anstellung hatten.“
Und es mag auch eine gewisse Rolle gespielt haben, dass Maxim Berins Vater in der Musikszene kein Unbekannter ist. Arkady Berin zählt zu den profiliertesten Interpreten der russischen Romantik und wird auch in anderen Stilrichtungen international geschätzt. Gemeinsam mit seinem Sohn Maxim formte er 2003 aus den zahlreichen Bewerbern die „Internationalen Symphoniker Deutschland“. Bis heute besteht das rund 70-köpfige Orchester aus Musikern unterschiedlichster Herkunft – und besticht durch ein breites musikalisches Repertoire.
„Wir sind grundsätzlich offen für verschiedene Stilrichtungen und Projekte“, sagt Maxim Berin. So standen neben hochkarätigen Klassik-Solisten wie Daniel Hope und Mischa Maisky auch schon der kanadische Musical-Star Anna Maria Kaufmann oder die italienische Sängerin Milva mit dem Orchester auf der Bühne. „Solche Engagements sind natürlich auch wichtig, um das Überleben des Orchesters zu sichern“, sagt Maxim Berin. „Schließlich erhalten wir keine staatliche Förderung. Das Wichtigste ist aber die Professionalität unserer künstlerischen Partner.“
Das galt auch kürzlich im September, als die Internationalen Symphoniker im Berliner Konzerthaus „Perlen russischer und tatarischer Musik“ präsentierten. Neben Bekanntem von Tschaikowsky erklang hier unter anderem ein Konzert für Klavier und Orchester des tatarischen Komponisten Rashid Kalimullin. Am Flügel saß mit dem jungen russischen Pianisten Feodor Amirov ein Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe. Geprägt vom Einfluss des Chefdirigenten Arkady Berin steht bei aller Vielseitigkeit der Internationalen Symphoniker regelmäßig die Musik russischer und osteuropäischer Künstler im Vordergrund. So verhalf das Orchester etwa in der Vergangenheit den aufstrebenden und mittlerweile zu Stars avancierten russischen Pianisten Alexander Ghindin und Denis Matsuev zu Popularität in Deutschland. Und die am Moskauer Konservatorium ausgebildete Violinistin Evgenia Gelen ist nicht nur Gründungsmitglied und Konzertmeisterin der Internationalen Symphoniker, sondern auch eine viel gefragte Solistin auf internationalen Bühnen. Gelen spielt zudem im Piazzolla-Klassik-Ensemble, in dem auch der studierte Saxophonist Maxim Berin mitwirkt. Er hat von 2004 an mit dem Berin-Art-Management ein Musik-Netzwerk geschaffen, das neben den Internationlen Symphonikern unter anderem das Ensemble Moscow Virtuosi oder das von Arkady Berin ebenfalls dirigierte Moscow Symphony Orchestra vermarktet.
„Ein Orchester zu managen ist schon etwas schwieriger als einen einzelnen Popstar“, sagt Maxim Berin über die Herausforderung, 70 sensible Künstler immer wieder für Auftritte zusammenzubringen. Umso dankbarer ist Berin für die Unterstützung der Stadt Dortmund, die den Internationalen Symphonikern einen festen Proberaum zur Verfügung stellt und auch bei der Beschaffung hochwertiger Instrumente hilft. Doch die Musiker um das Vater-Sohn-Gespann Berin geben auch einiges zurück: So spielen die Internationalen Symphoniker etwa in Russland regelmäßig die Werke deutscher Komponisten: „Wir sehen uns auch als Kulturbotschafter, die zwischen Russland und Deutschland vermitteln.“////















