Donnerstag, 24.05.2012 04:14

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

IMK: Rezessionsgefahr in Deutschland weiterhin niedrig

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland ist weiterhin sehr niedrig. Bis Ende Juli besteht keine Gefahr...weiter

G8: Staats- und Regierungschefs fordern Konsolidierung und Wirtschaftswachstum

Die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Mittelpunkt des G8-Gipfels in Camp David. Konsolidierung und...weiter

Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Aktuell

Wirtschaft

Viele Aufgaben für den neuen Umweltminister  

Wirtschaft

Facebook drohen Klagen  

Kultur

"Der Grand Prix ist eine politische Inszenierung"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Unerhörte Geschichten: Buchkinder e. V.  

Wieder zuhause: „re-turn“ (21.05.2012)  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

Bookmarks
| |

Drei Zimmer, Küche, Bad

Mietwohnung oder Eigenheim? Plusenergiehaus oder Altbau? Einblicke in die Wohnwelten und Wohnträume unter deutschen Dächern.

Von Janet Schayan

Eine Polstergarnitur mit Ecksofa und Sessel, gern terrakotta- oder eierschalenfarben. Eine Schrankwand aus hellem Holz, ein Couchtisch, ein Fernseher, ein Computer mit Internetanschluss. An den Wänden Raufasertapete, auf dem Boden ein dunkelblauer Veloursteppich. Auf dem Fens­terbrett stehen Alpenveilchen, Efeu oder Orchideen. So sieht es aus in „Deutschlands häufigstem Wohnzimmer“. Die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt hat es eingerichtet – und sich dabei streng an Daten des Statistischen Bundesamtes und der Gesellschaft für Konsumforschung gehalten. Eine besonders handfeste Form der Zielgruppenforschung: In einem genau nach den Vorgaben der Analysen gestalteten Zimmer in der Agentur treffen sich die Kreativen zu Besprechungen, wenn sie sich besonders nah am Puls der Konsumenten fühlen wollen. Und wo käme man ihnen näher als in ihrem privatesten Umfeld, das sie nach dem eigenen Geschmack eingerichtet haben? In dem sie leben, wohnen. Tag für Tag.

Die englische Sprache kennt keinen Unterschied zwischen den Verben „wohnen“ und „leben“, beides heißt „to live“. Das Deutsche schon. „Wohnen“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutete einst zugleich auch „bleiben“ und „zufrieden sein“. So ganz falsch klingt das in dem Zusammenhang auch heute nicht – denn das Wohnen hat hohen Stellenwert in Deutschland. Den größten Teil ihres Ein­kom­mens geben die Deutschen im Monat für das Wohnen aus – für Miete, Instandhaltungs-, Strom- und Energiekosten, zusammen um die 700 Euro. Aber das ist nur eine Durch­schnitts­zahl. Je nach Stadt, Wohnlage und Wohnungsgröße kann allein der Anteil der Miete deutlich über dieser Summe oder darunter liegen. Grob lässt sich sagen: Im Süden wohnt man teurer als im Norden oder Osten Deutschlands. In Bayern und Baden-Württemberg schätzt die Bevölkerung nach einer Studie des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung allerdings auch ihre Lebensqualität als besonders hoch ein. Als teuerste deutsche Stadt setzen Untersuchungen immer wieder München auf Platz eins: Hier zahlen Mieter bis zu 70 Prozent mehr für ihre Wohnungen als im deutschen Durchschnitt. Auch Wiesbaden, Stuttgart, Köln und Düsseldorf sind besonders teuer und rangieren neben Hamburg und Frankfurt am Main in der Mietpreis-Spitzenliga. Über­ra­schend günstig – erst recht im Vergleich mit anderen Millionen­metropolen in Europa – ist dagegen das Wohnen in der deutschen Hauptstadt: Im Durchschnitt zahlen Berliner weniger als 5,50 Euro pro Quadratmeter.

Das Mieten ist für viele allerdings nur die zweitbeste Lösung: In Deutschland, stel­len Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig fest, steht „der Wunsch nach Wohneigentum an zweiter Stelle der materiellen Wünsche“. Er kommt gleich nach dem Auto. Tatsächlich liegen die Eigen­tumsquoten verglichen mit anderen Ländern in Europa aber eher niedrig: Weniger als die Hälfte aller deutschen Haushalte lebt in einer Eigentums­wohnung oder einem eigenen Haus. Die Mehrzahl mietet – aber nur selten ein ganzes Haus: 76 Prozent der Mieter leben in Gebäuden mit mehr als drei Wohnun­gen.

Dafür ist die Größe der Wohnungen seit den 1960er-Jahren ständig ge­stiegen: 90 Quadratmeter misst die durch­schnittliche Wohnfläche, wenn man den Schnitt von allen insgesamt etwas mehr als 39 Millionen Miet- und Eigen­tums­wohnungen, Häusern und Appart­ements in Deutschland ausrechnet. Pro Kopf ergibt das etwas über 40 Quadratmeter Platz. Dieser Wert variiert aller­dings je nach Haushaltsgröße und Einkommen stark. Die beliebteste Rubrik der Immobilienportale dürfte sicher der Klassiker „Drei Zimmer, Küche, Bad, Balkon“ heißen. Noch vor rund einem halben Jahrhundert war es ganz gewöhnlich, dass in einer solchen Wohnung eine vierköpfige Familie zusammenlebte: Wohnzimmer, Elternschlafzimmer und ein Zimmer für zwei Kinder. Heute gilt – nach den Untersuchungen des Leibniz-Instituts – ein eigenes Zimmer für jedes Kind als „angemessen“.

In den 1950er-Jahren, den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden relativ schnell viele, einfache Geschosswohnungen gebaut. Im Jahrzehnt darauf wuchsen – im Westen Deutschlands – vor allem die Vorstädte durch den geför­derten Einfamilienhausbau. Die 1970er-Jahre waren geprägt vom Bau der Großwohnsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus. Seit den 1980er-Jahren wird das Bild vielfältiger: Altbauten werden aufwendig saniert, daneben entstehen hochwertige kleinere Eigentumsanlagen, kompakte Siedlungen am Stadtrand, aber auch mehrgeschossige Wohnquartiere im suburbanen Raum. Immer beliebter werden zudem Wohnexperimente: zum Beispiel der gemeinsame Erwerb von Großimmobilien mit Gemeinschafts- und Privatbereichen.

Heute interessieren sich Immobiliensuchende außerdem immer mehr dafür, welche Energiekosten bei Häusern und Wohnungen anfallen. Aus gestiegenem Umweltbewusstsein – und aus Kostengründen. Wer eine Immobilie erwerben oder mieten möchte, hat in Deutschland seit 2009 sogar einen gesetzlichen Anspruch auf den Einblick in den „Energieausweis“. Das Dokument belegt die Energieeffizienz einer Wohnung oder eines Gebäudes. Der Trend geht aber ganz klar noch weiter – zum ökologischen Wohnen. Gerade junge Familien zieht es in die umweltfreundlich gebauten Siedlungen mit Niedrig- oder Plusenergiehäusern. Diese Bauprojekte entstehen vor allem in den Großräumen der wirtschaftsstarken Regionen Stuttgart, Hamburg und München – auch die Solarpionierstadt Freiburg hat mehrere ökologische Siedlungen vorzuweisen.

Das scheint alles sehr vernünftig. Wenn es allerdings um die Wohnträume der Deutschen geht, sieht es aber viel abenteuerlicher aus. Das Immobilien-Internetportal immowelt.de hat 2010 in einer Umfrage herausgefunden, dass 25 Prozent der Befragten vom Leben auf einem gemütlichen Hausboot träumen, 21 Prozent gern auf einem einsam gelegenen Bauernhof leben würden und immerhin drei Prozent sich nach der vermeintlich großen Freiheit in einem Bauwagen sehnen. Nach eierschalenfarbenem Plüschsofa und Alpenveilchen klingt das allerdings nicht.////

12.11.2010
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht