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Zukunft Bildung: Die Frankfurt Book Fair Literacy Campaign

Der „Frankfurt Book Fair Literacy Campaign“, kurz LitCam, geht es um Leseförderung, vor allem aber um Grundbildung

Bücher brauchen Leser. Und wer in der globalisierten und digitalisierten Welt nicht schreiben und lesen kann, bekommt keinen Zugang zu Bildung, gehört von vornherein zu den Verlierern. 2006 hat die Buchmesse zum ersten Mal den betont international angelegten Themenschwerpunkt „Zukunft Bildung“ eingerichtet. Im Fokus der Veranstaltungen 2008 stehen vor allem die Aspekte Bildung und Integration. „Die Buchmesse übernimmt mit dieser Initiative auch gesellschaftspolitische und soziale Verantwortung“, sagt Karin Plötz. Sie ist für den Schwerpunkt zuständig und für einen 2007 von der Buchmesse in diesem Rahmen gestarteten Ableger: die „Frankfurt Book Fair Literacy Campaign“, kurz LitCam. Ihr geht es um Leseförderung, vor allem aber um Grundbildung. Dafür hat sich die Buchmesse mit dem Unesco Institute for Lifelong Learning und dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung zusammengetan. „Als größte Buchmesse können wir eine ideale Plattform bieten, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, und gleichzeitig ein Netzwerk für Organisationen knüpfen, die sich für Alphabetisierung, Grund- und Medien­bildung engagieren“, sagt Karin Plötz. Die Plattform ist vor allem die LitCam-Konferenz, die am Eröffnungstag der Buchmesse, am 14. Oktober, stattfindet und am nächsten Tag mit Workshops fortgesetzt wird. Auch auf der LitCam-Konferenz geht es 2008 um das Thema Integration: Vier Organisationen aus der Türkei, Burkina Faso, den USA und Deutschland stellen entsprechende Bildungsprojekte vor.

Die LitCam läuft das ganze Jahr weiter: Mit „Fußball trifft Kultur“ hat die Buchmesse 2007 in ihrer Heimatstadt Frankfurt ein LitCam-Projekt gestartet, das viele Fans hat. Kinder mit Migrationshintergrund bekommen professionelles Fußballtraining – in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund DFB –, und ihnen wird in ­zusätzlichem Unterricht die Lust aufs Lernen vermittelt. Konkret heißt das: Zwei Gruppen von je zwölf Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren sowie zehn bis dreizehn Jahren trainieren zweimal die Woche je eine Stunde Fußball, und danach gibt es eine Stunde Ergänzungsunterricht, der ganz flexibel gehalten wird. Mal werden „Die wilden Fußballkerle“ gelesen, mal gibt’s Hilfe in Mathe, Deutsch oder anderen Fächern. Ermöglicht werden die Projekte weitgehend durch die finanzielle Unterstützung von Sponsoren.

„Vor allem bei den 6- bis 10-jährigen Kids kommt das Angebot sehr gut an“, sagt Karin Plötz. „Es gibt ermutigende Erfolgsgeschichten, wie durch den Sport das Selbstvertrauen wächst und sich auch die schulischen Leistungen deutlich verbessern.“ Ein Ansporn, noch mehr zu tun. Deshalb trägt die Frankfurter Buchmesse die Idee „Fußball trifft Kultur“ in Kooperation mit zwei Bundesliga-Klubs mit dem ­neuen Schuljahr auch nach Berlin und Hamburg. Und mit Unterstützung des Auswärtigen Amts sind „Fußball trifft Kultur“-Projekte auch in Kapstadt, Südafrika, und in Istanbul in der Türkei geplant. Das Projekt in Kapstadt hat schon sehr konkrete Formen angenommen und wird, so hofft Plötz, Anfang 2009 starten können.

02.10.2008
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