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Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

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G8: Staats- und Regierungschefs fordern Konsolidierung und Wirtschaftswachstum

Die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Mittelpunkt des G8-Gipfels in Camp David. Konsolidierung und...weiter

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Vielfalt: Islam in ­Deutschland

Der Islam ist in Deutschland nach den christlichen Religionen die größte Glaubensgemeinschaft. Die deutsche Islam-Konferenz soll die Integration fördern

Modell des Neubaus einer Moschee in Köln

Die 3,3 Millionen Muslime in Deutschland repräsentieren etwa vier Prozent der Be­völkerung und kommen aus rund 40 Ländern. Die mit Abstand größte Gruppe der Muslime, 2,6 Millionen Menschen, stammt aus der Türkei, gefolgt von Marokkanern, Afghanen und Iranern. Etwa 800000 ­Muslime besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. In Deutschland stehen knapp 3000 Moscheen und Gebetsstätten für Muslime.

Der bei weitem größte Teil der Muslime lebt gut integriert in der deutschen Gesellschaft. Trotzdem kommt es auch mal zu Problemen im Zusammenleben. Zum Beispiel, wenn muslimische Kinder, meist Mädchen, vom Schwimm- oder Sexualkundeunterricht ferngehalten werden oder an Klassenfahrten nicht teilnehmen dürfen. Auch um einer Entwicklung zu sogenannten „Parallelgesellschaften“ entgegenzuwirken, hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble 2006 die Deutsche Islam-Konferenz (DIK) eingerichtet. Das Gremium ist bisher dreimal zusammengekommen und soll helfen, den Dialog und die Integration zu verbessern.

Ein Ergebnis der ersten Islam-Konferenz war die Gründung des „Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland“ (KRM), ein Verband der vier größten islamischen Organisationen in Deutschland. Trotzdem ist der KRM kein zentraler Dachverband; er repräsentiert nur etwa neun Prozent der Muslime in Deutschland. Bei der jüngsten Islam-Konferenz im März 2008 wurden von allen Teilnehmern Empfehlungen zur Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaftsordnung gemacht – zum Beispiel zur Einführung islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache.

Bisher gibt es nur in einigen Bundesländern an Schulen islamkundlichen Unterricht, der aber nicht als so genannter „ordentlicher Religionsunterricht“ im Sinne des Grundgesetzes gilt, sondern in alleiniger Verantwortung der Bundesländer stattfindet. Eine Schwierigkeit bei der Einführung eines regulären Islam-Religionsunterrichts bestand bisher darin, dass es auf islamischer Seite keinen gemeinsamen Ansprechpartner für alle Muslime in Deutschland gibt, keine einheitliche Religionsgemeinschaft mit eindeutiger Mitgliedschaft und eindeutigem Bekenntnis zur deutschen Verfassung. Dass es gar nicht so kompliziert ist, Religionsunterricht zu etablieren, hat die klar strukturierte Alevitische Religionsgemeinschaft, der in Deutschland rund 500000 Menschen angehören, gezeigt: Vom Schuljahr 2008/2009 an gibt es in drei Bundesländern „Alevitischen Religionsunterricht“ als „ordentlichen Religionsunterricht“.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland vier Lehrstühle für islamische Religionslehre entstanden, an denen Theologen und Lehrer für islamische Religion ausgebildet werden können. Hier soll auch eine entsprechende islamische Religionsdidaktik ausgearbeitet werden. Im September 2008 ist bereits das erste deutsche Islam-Schulbuch, das zunächst in vier Bundesländern zugelassen ist, erschienen.

18.09.2008
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