Europas Vision ist ehrgeizig: Bis zum Jahr 2010 will die Europäische Union der wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt sein. Entstehen soll ein europäischer Raum der Forschung und Innovation. 2007 hat der Plan konkrete Formen angenommen mit der Gründung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) und dem Beschluss zum Aufbau des Europäischen Technologie-Instituts (EIT).
Mit dem EIT plant die EU Bildung, Forschung und Innovation stärker zu fördern, das Wissen der Akteure auf den Gebieten Innovation und Technologietransfer zu bündeln. Leitgedanke dieser virtuellen EU-Hochschule ist ein europäisches Netzwerk von Universitäten, Forschungsorganisationen, Unternehmen und Innovationszentren. Für die Anfangsphase bis 2013 sind die Forschungsschwerpunkte (Klima und Energie, Informations- und Kommunikationstechnik) und das Startkapital von rund 309 Millionen Euro festgelegt.
Forschung in den Grenzbereichen des Wissens vorantreiben, den begabtesten Forschern aus aller Welt neue Möglichkeiten eröffnen: Mit dieser Motivation wurde der Europäische Forschungsrat als Teil des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms gegründet. Der Rat, der die Grundlagenforschung in Europa in allen Disziplinen fördern soll, hat seine Arbeit während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 aufgenommen. Bis 2013 verfügt der ERC über 7,5 Milliarden Euro aus dem 54,4 Milliarden-Etat des Forschungsrahmenprogramms. 2008 und 2009 will der ERC jährlich 500 Millionen Euro an erfahrene Forscherinnen und Forscher vergeben.
2007 stand die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt. ERC-Generalsekretär Professor Ernst-Ludwig Winnacker, der als anerkannter Forscher und Wissenschaftsmanager lange Jahre die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) leitete, hält es für wichtig, Aufstiegsmöglichkeiten für junge Wissenschaftler zu schaffen, ihnen früh die Chance zu geben, selbstständig zu forschen. Dieses Ziel verfolgt der ERC mit den „Starting Grants“. Die Stipendien fördern Jungforscher über fünf Jahre mit bis zu zwei Millionen Euro und wurden Ende 2007 erstmals vergeben. Über 9000 Anträge aus ganz Europa begutachtete ein internationales Fachgremium. Unterstützt werden nun rund 300 Nachwuchswissenschaftler aus 32 Nationen, die in 170 Forschungsinstituten aus 21 Ländern arbeiten. Für Winnacker hat Deutschland „ordentlich abgeschnitten“. Bei den Herkunftsländern der Stipendiaten liegt Deutschland laut ERC mit rund 13 Prozent an der Spitze. Gut elf Prozent der Stipendien gingen an Forscher, die an Instituten in Deutschland tätig sind – Platz drei hinter Frankreich und Großbritannien. Am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München etwa erhalten gleich zwei Physiker fünf Jahre lang jeweils rund 1,3 Millionen Euro.














