Jedes Kind kennt die „Sendung mit der Maus“ – und eigentlich auch jeder Erwachsene in Deutschland. Denn die „Lach- und Sachgeschichten“ kombinieren überaus erfolgreich Information und Unterhaltung. Wenn Kinder in Thailand, Kambodscha, Indonesien oder Vietnam fernsehen, flimmern meist Animationsfilme über den Bildschirm. Nur ein Bruchteil der Sendungen vermittelt Bildung und Wissen. Und in der Regel sind die Protagonisten auch noch hellhäutig. Ein Umstand, der den jungen Menschen kein gesundes Selbstwertgefühl hinsichtlich ihrer ethnischen Zugehörigkeit vermittelt. Das brachte Norbert Spitz, Leiter des Goethe-Instituts Bangkok, auf die Idee, mit Mitarbeitern der Goethe-Institute und der Unesco-Büros der Südostasien-Region, ein Wissensmagazin für Kinder zu produzieren – in Koproduktion mit sieben Fernsehsendern aus den sieben asiatischen Ländern Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, den Philippinen, Vietnam und Thailand.
Geplant ist ein Zehn-Minuten-Wissensmagazin mit jeweils drei rund dreiminütigen Kurzbeiträgen. Eine Staffel soll insgesamt 26 Folgen mit insgesamt 78 Kurzbeiträgen umfassen. Nach einer gemeinsamen Abstimmung über die Inhalte der 26 Folgen muss jeder Sender dann nur noch 11 Kurzbeiträge selbst produzieren, kann aber alle 78 Kurzbeiträge ausstrahlen. Damit die Serie trotz des internationalen Ansatzes jeweils ein lokales Gesicht erhält, kann jeder Sender die An-, Zwischen- und Schlussmoderation selbst gestalten. Alle Fäden dieser komplexen Koproduktion laufen bei Projektkoordinator Andreas Klempin vom Goethe-Institut Thailand zusammen, der dafür sorgt, dass alle Beiträge pünktlich vorliegen, in die jeweils sechs anderen Sprachen synchronisiert und dann an alle beteiligten Sender weitergeleitet werden.
Im Oktober startete das ambitionierte TV-Projekt. Trainerinnen der Produktionsfirmen tvision und gomie production aus Köln boten diverse Workshops an. Darin ging es ums Texten, Drehen, die Bildsprache und die visuelle Gestaltung von TV-Inhalten für Kinder. Und natürlich, wie man Wissen unterhaltsam vermittelt. „Wir wollen mit unseren asiatischen Kollegen gemeinsam Dramaturgien und Themenideen entwickeln“, sagt Ute Mattigkeit, eine der Trainerinnen und Geschäftsführerin der gomie production GmbH, die große Erfahrung im Kinder-TV hat. „Darüber hinaus helfen wir bei der Drehbucherstellung und beraten vor Ort bei der Produktion dieser Pilotsendung.“ Wichtig sei, dass es den teilnehmenden Sendern und ihren Machern gelingt, in Zukunft eigenständig Formate zu produzieren, die die jungen Zuschauer in den jeweiligen Ländern wirklich ansprechen. Im Sommer 2010 werden die 26 Folgen fertig sein und auf Sendung gehen. Finanziert und koordiniert wird die erste Staffel vom Goethe-Institut.














