Rosalinda ist eine starke Frau. Man könnte sie auch furchteinflößend nennen, aber das würde die stolze Tatarin vermutlich bestreiten. Sie will nur das Beste für ihre Tochter Sulfia – und was das Beste ist, meint Rosalinda ganz genau zu wissen: sei es bei der Erziehung, in der Liebe oder beim Kochen.
„Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ hat Alina Bronsky ihren zweiten, tragikomischen Roman genannt. Es ist die Geschichte dreier Frauen. Allen voran Rosalinda, die Ich-Erzählerin des Romans. Unter ihrer Fuchtel stehen Ehemann Kalganow und Tochter Sulfia in einer nicht näher benannten russischen Stadt. In den Augen ihrer Mutter ist Sulfia hässlich und ungeschickt. Ganz im Gegensatz zu Rosalindas Enkelin Aminat, die 1978 geboren wird – und um deren Zuneigung die Großmutter mit drastischen Mitteln kämpft. Doch die drei Heldinnen kommen nicht voneinander los: Als die Sowjetunion zusammenbricht, reisen Rosalinda, Sulfia und Aminat zusammen nach Deutschland aus.
Alina Bronsky lässt Rosalinda mit einer kraft- und humorvollen Stimme erzählen. Eine fesselnde Sprache, die die deutsche Literaturkritik fasziniert. „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ wurde unter anderem für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert. Es ist bereits der zweite große Erfolg der 1978 in Swerdlowsk, dem heutigen Jekaterinburg, geborenen Bronsky. Mit „Scherbenpark“ gelang ihr 2008 ein gefeiertes Debüt. Hier schrieb sie in einer rauen, einprägsamen Sprache über die 17-jährige Sascha, die aus Moskau nach Deutschland kommt und sich dort in einem heruntergekommenen Viertel am Rande einer Großstadt durchschlägt. „Die aufregendste Newcomerin der Saison“, urteilte das Magazin „Der Spiegel“.
Als autobiografisch will Bronsky, die im Alter von 12 Jahren nach Deutschland kam, ihre Bücher nicht verstanden wissen. Sie spricht lieber von einer „Mischung aus Ereignissen, die ich erlebt habe oder die ich bei anderen gesehen habe“. Über ihr Privatleben gibt sie nicht allzu viel preis: Alina Bronsky ist ein Künstlername. Einer, der immer bekannter wird: „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ (30000 Exemplare) und „Scherbenpark“ (60000 Exemplare) sind in Deutschland Verkaufserfolge. Das Debüt von 2008 ist zudem in den USA und Italien erschienen, Lizenzen für Argentinien, Israel, Polen und die Türkei sind bereits verkauft. Für Russland leider noch nicht.////














