Mittwoch, 23.05.2012 13:25

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Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

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Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

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Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

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Fünf Porträts

Sportstars 2008

Der Traum aller Sportler. Ganz nach oben kommen, zur Weltspitze gehören. Meistens allerdings bleibt es bei dem Wunsch. Nur ganz wenige schaffen den Weg in diese Höhe. Fünf von ihnen stellen wir vor – die Sportstars aus Deutschland

Michael Ballack
Der Global Player

Neuerdings trägt er die dunklen Haare länger und mit Gel nach hinten gekämmt. Das verleiht ihm etwas Südländisches, Mediterranes; wäre er Filmstar, könnte er ohne Weiteres als „Latin lover“ durchgehen. Tiefsitzende Augen, dunkler Teint, Charisma, sympathisch – „he’s got the look“, wie die Briten sagen. Auch als „Marke Ballack“ entfaltet er „bella figura“, arbeitet konsequent an Unverwechselbarkeit und Image. Neben die „großen“, heroischen Rückennummern seines Berufsstandes (die 5, die 9 und die 10) hat Michael Ballack zwischenzeitlich die schwierige, manchen Leuten eine abergläubische Furcht einflößende Zahl 13 gesetzt. Ballack trägt die 13, wann immer er ein Fußballtrikot überstreift. Bei den „Blues“ des FC Chelsea in London, für die er seit 2006 spielt, oder als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die 13 passt ihm wie ein Maßjackett aus feinstem italienischem Stoff in Zwischengröße. Weder verkörpert Ballack den Typus des klassischen, zu divahafter Weinerlichkeit neigenden genialen Spielmachers (10), noch gilt er als eiskalter Torjäger (9), und von jovialer Spielgestaltung nach Gutsherrenart (5) ist seine Spielweise ohnehin ziemlich weit entfernt. Eher muss man sich ihn auf dem Platz als ein fußballerisches Gesamtkunstwerk vorstellen: auf vielen Positionen effektiv einsetzbar, athletisch, zweikampf-, schuss- und kopfballstark, torgefährlich, im offensiven Mittelfeld ebenso zu Hause wie im defensiven – und seines charmanten Aussehens zum Trotz ein enorm „harter Hund“. Michael Ballack ist zurzeit der einzige Weltstar des deutschen Fußballs. Auf gewisse Weise verkörpert er die oft bemühten deutschen „Fußballtugenden“ wie Einsatz, Kampf und Kondition und erweitert sie zugleich mit den Anforderungen des globalisierten Spitzenfußballs der 2000er-Jahre. So gesehen ist Michael Ballack ein „Global Player“.


Meredith Michaels-Beerbaum
Die Frau mit Kämpferherz


Das strahlende Siegerlächeln steht ihr gut. Und sie zeigt es gern – und oft. Meredith Michaels-Beerbaum reitet mutig, rasant, kraftvoll und, wenn es darauf ankommt, eiskalt fehlerfrei. Eine Frau mit Kämpferherz. Ihr Wallach Shutterfly, von ihr selbst ausgebildet, ungeheuer sprungstark, aber auch nervös und schreckhaft, trägt sie momentan über alle Hindernisse hinweg. Leicht, fast mühelos schwebend sieht das aus. Meredith Michaels-Beerbaum ist der funkelnde Stern der deutschen Springreiter – und das nicht, weil sie in Hollywood als Tochter eines Filmproduzenten geboren wurde. Die zierliche blonde Frau zieht in Reithosen oder Galakleid alle Blicke auf sich und wirkt auch nach der größten Anstrengung wie frisch geduscht. Ein Phänomen. Nach Deutschland kam sie in den neunziger Jahren, um einen Sommer lang ihre Reitkunst zu verbessern. Doch sie blieb, heiratete und startet seitdem für Deutschland. Was für ein Glück für die ohnehin starke Springreiter-Equipe. 1999 setzte sie sich als erste Frau in einem deutschen Championatsteam durch. Konkurrenz macht der ehrgeizigen Reiterin allerdings die eigene Familie – ihr Ehemann Markus und ihr Schwager Ludger Beerbaum gehören zu den besten deutschen Springreitern. Aber jetzt ist Meredith die Nummer eins: Sie führt im Frühjahr 2008 die Weltrangliste an. Eines aber fehlt ihr noch – eine Olympia-Medaille. Die Tickets für die Reiter werden erst Anfang Juli vergeben, aber Meredith Michaels-Beerbaum ist der Start bei den Olympischen Spielen so gut wie sicher. Er bedeutet ihr umso mehr, als sie vor vier Jahren wegen eines laufenden Dopingverfahrens nicht mitfahren durfte. Das endete zwar mit einem Freispruch, aber zu spät für Merediths Olympiateilnahme. Diesmal soll es anders werden. Das Ziel heißt ganz klar: Siegerlächeln – Gold für Meredith und Shutterfly.


Britta Heidemann
Die sprachgewandte Degen-Dame


Ihr Sportgerät ist exakt 110 Zentimeter lang und wiegt 770 Gramm. Wenn Britta Heidemann damit ihre ganze Kunst entfaltet, sollte man vermeiden in der Nähe zu stehen oder zumindest Ganzkörper-Schutzkleidung tragen. Denn Britta Heidemann bedient, ebenso virtuos wie konzentriert, eine Stichwaffe. Dabei kann es passieren, dass sie auf der Planche „in einen regelrechten Flow-Zustand gerät“und dann einfach Weltmeisterin im Degenfechten wird, so kürzlich in Sankt Petersburg geschehen. Einen solchen Flow-Zustand, der ein lustbetontes Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit bezeichnet, erhofft sich die blonde Fechtkünstlerin auch bei den Olympischen Sommerspielen in Peking. Denn ausgerechnet in jener Stadt, die so etwas wie eine zweite Heimat der Degen-Dame geworden ist, möchte sie ins Duell um Gold einsteigen. Es hat sich herumgesprochen; bei den Medien, den Kollegen, den Offiziellen. Ja, Britta Heidemann spricht fließend Chinesisch, hat viele Freunde in Peking – und beschäftigt sich intensiv mit dem Land. Angefangen hat alles mit einer Urlaubsreise und damit, dass sie begann die Sprache zu lernen. Zu ihren Pioniertaten gehört auch, dass sie als erste Deutsche einen privaten Schüleraustausch mit Peking auf die Beine stellte. Und spätestens seit sie bei den Weltmeisterschaften auf einer Pressekonferenz die Fragen für ihre chinesische Finalgegnerin Li Na übersetzt hat, ist sie in China wahrscheinlich bekannter als in ihrer Heimat. Selbst bei der Wahl ihres Studienfachs setzt die Kölnerin, die für Bayer Leverkusen ficht, auf das asiatische Land. Sie studiert „Chinesische Regionalwissenschaften“. Die Diplomarbeit will sie schreiben, wenn sie wieder zurück ist aus dem Reich der Mitte – möglichst mit Gold im Gepäck. Was immer sie dann in der ferneren Zukunft mal machen wird, eines weiß sie mit Sicherheit:„China wird dabei eine Rolle spielen.“


Dirk Nowitzki
Der Star ohne Allüren

Im deutschen Fernsehen sieht man ihn meistens, wie er kleinen, staunenden Jungs coole Basketball-Tricks vorführt – als erfolgreicher Werbeträger eines Finanzdienstleisters. Das wirkliche Leben des Dirk Nowitzki spielt sich ebenfalls auf dem Basketballfeld ab, und dort gehört er zu den wirklich Großen. Dirk Nowitzki, geboren am 19. Juni 1978 in Würzburg, spielt in der NBA, der weltbesten Basketball-Liga. Bei den Dallas Mavericks ist der einzige deutsche NBA-Profi längst ein Top-Star. Der 2,13-Meter-Mann mit der Trikotnummer 41 gilt als vielseitiger Spieler: Stark im Dribbling und beim Rebound, treffsicher unter dem Korb und aus der Distanz, verteidigungsstark und in der Offensive zudem kaum zu stoppen. Mehr als 23 Punkte pro Spiel erzielte er in der vergangenen Saison. „Ich habe einen großen Willen. Ich liebe den Wettkampf“, sagt er. Seit zehn Jahren tourt er mit den Mavericks durch Amerika, zunächst als „German Wunderkind“ bestaunt, mittlerweile mit vielen Auszeichnungen bedacht. Als erster Europäer erhielt er die bedeutende NBA-Auszeichnung des wertvollsten Spielers der Liga; siebenmal stand er zwischenzeitlich im Allstar-Team der NBA. Nicht zuletzt in Deutschland hat Dirk Nowitzki einen Basketballboom entfacht und die Nationalmannschaft aufs Siegertreppchen von großen Turnieren geführt. Auch wenn er im Rampenlicht steht und sowieso alle überragt: Der begnadete Basketballer ist ein Superstar ohne Allüren und mit viel Sinn für soziales Engagement. Mit seiner eigenen Stiftung fördert er in Deutschland und im Ausland Projekte, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Sport zu treiben. „Sport hat mein ganzes Leben geprägt. Erfahrungen mit Erfolg und Misserfolg und die Begegnungen mit den Menschen haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin“, schreibt Nowitzki auf seiner Website. Ein sympathisches Vorbild.


Kati Wilhelm
Die Sympathie-Siegerin

Eine trübe Schneelandschaft. 15 Grad minus. Plötzlich taucht eine knallrote Mütze im Schneetreiben auf: Kati Wilhelm. Sie lächelt, winkt fröhlich und verschwindet wieder hinter dem grau-weißen Schleier. Selbst hier, beim monotonen Ausdauertraining in Finnland, steckt die Fröhlichkeit der Biathletin an. Schon nach ihrem Doppel-Olympiasieg in Salt Lake City 2002 entfacht Kati Wilhelm eine nicht alltägliche Journalisten-Schwärmerei: Die deutsche Wintersportlerin habe das „sympathischste Lächeln im Biathlon“, heißt es fortan. Die Liste ihrer Erfolge liefert auch reichlich Stoff für gute Laune. Mit drei Gold- und drei Silbermedaillen schreibt Wilhelm als erfolgreichste Biathletin bei den Olympischen Spielen Sportgeschichte. Dazu kommen noch zwei WM- Titel und ein Weltcupsieg. 2006 wird Kati Wilhelm zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt. Eine Auszeichnung, die ihr besonders viel bedeutet: „Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres gibt nicht allein der sportliche Erfolg den Ausschlag, sondern auch die Persönlichkeit.“ Diese Seite der Kati Wilhelm wissen auch die Medien zu schätzen. Kati als charmanter Dauergast in Familien- und Ratesendungen, Kati beim Girl’s Day im Familienministerium, Kati als Glamour-Girl im Blitzlichthagel rauschender Sportgalas: Irgendwie hat Kati Wilhelm aus Schmalkalden in Thüringen den Biathlon-Sport gesellschaftsfähig gemacht. Doch so locker, so immer gut drauf, so entspannt Wilhelm im persönlichen Umgang ist, so professionell ist sie auf der Loipe: „Meine Motivation ist, erfolgreich zu sein – mein Anspruch ist es, bei jedem Rennen vorne mitzulaufen. Hinterherlaufen ist nicht meine Welt.“ Kati Wilhelm: schön, dynamisch und erfolgreich. Unlängst lief eine Sportdokumentation mit ihr als Hauptperson im Kino. Der Titel: „Mit den Waffen einer Frau – Gold im Visier“. Was soll man noch sagen. Rote Haare, rote Mütze, einfach Kati Wilhelm.

12.05.2008
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