Mehr Frauen in Führungspositionen ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness.“ René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, will mit gutem Beispiel vorangehen und in den nächsten fünf Jahren 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzen. Doch nicht alle großen Unternehmen tun sich so leicht mit der Frauenförderung. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin belegt schon länger bekannte Fakten: Die Vorstandsetagen von Deutschlands führenden Unternehmen sind ein Männerclub. Unter den 833 Vorstandsmitgliedern der 200 größten Unternehmen befinden sich gerade einmal 21 Frauen – ein Anteil von 2,5 Prozent. Zum Vergleich: Bei den größten börsennotierten Firmen in Europa sind es im Schnitt elf Prozent.
Dass Frauen in den Spitzengremien weiterhin massiv unterrepräsentiert sind, hat in Deutschland erneut eine Debatte ausgelöst. Forderungen nach einer Frauenquote und freiwilliger Selbstverpflichtung der Wirtschaft machen die Runde. Das Magazin „Der Spiegel“ veröffentlichte eine Streitschrift: Warum Deutschland die Frauenquote braucht. In der Politik findet diese Befürworter und Gegner. Damit mehr Frauen Führungsverantwortung übernehmen können, hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sich für eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent ausgesprochen. Ein Wert, über den auch die EU nachdenkt. Von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hingegen stammt der Vorschlag einer „Flexiquote“, bei der Unternehmen sich den Anteil von Frauen mit Führungsposten freiwillig vorgeben.
Der Debatte ein vorläufiges Ende setzte Kanzlerin Angela Merkel. Sie kritisierte die fast frauenfreien Konzernvorstände, erteilte der Forderung nach einer festen Quote aber eine Absage. Handlungsbedarf sieht sie bei der Arbeitszeitgestaltung. Diese sei ein Schlüssel dafür, dass Frauen mehr Topjobs bekommen.////














