Herr Dr. Schälike, als Vorstandsvorsitzen-der des Deutsch-Russischen Kulturinstituts e. V. sind Sie in Dresden Hausherr des ersten Russischen Zentrums im deutschprachigen Raum. Was steht hinter der Idee der Russischen Zentren?
Weltweit gibt es 30 Russische Zentren, die sich für die Pflege der russischen Kultur und Sprache einsetzen. Insofern kann man die Zentren mit den deutschen Goethe-Instituten vergleichen. Mit dem Unterschied, dass es sie erst seit knapp drei Jahren gibt. Im Juni 2007 wurde auf Initiative des damaligen Präsidenten Wladimir Putin die Stiftung Russkiy Mir gegründet, die hinter den Russischen Zentren steht, Zumeist knüpfen Russische Zentren an die Arbeit der Slawistik-Institute an Universitäten an. Auch unter diesem Gesichtspunkt sind wir in Dresden ein besonderer Fall. Schließlich arbeiten wir als Russisches Zentrum in zwei Räumen unseres Vereins, des Deutsch-Russischen Kulturinstituts.
Wie kam es dazu?
Unser Verein setzt sich seit 1993 für den deutsch-russischen Dialog ein. Nach der Gründung von Russkiy Mir haben wir festgestellt, dass wir sehr ähnliche Ziele verfolgen. So haben wir uns jahrelang für das Dostojewskij-Denkmal am Dresdner Elbufer eingesetzt, dass 2006 enthüllt wurde. Ein anderes Beispiel ist der russische Reiseführer „Russische Welt in Dresden“, dessen Druck Russkiy Mir noch vor der Eröffnung des Russischen Zentrums finanzierte. Er basiert auf einem Buch unserer langjährigen Mitarbeiterin Olga Großmann. Die russische Übersetzung war ein Erfolg und hat Dresden in Russland zusätzliche Aufmerksamkeit beschert. Der nächste große Schritt war dann die Eröffnung des Russischen Zentrums im November 2009.
Was bietet das Russische Zentrum in Dresden seinen Besuchern?
Russkiy Mir hat dafür gesorgt, dass wir zwei Räume sanieren und mit sieben Notebooks ausstatten konnten. Hier bieten wir Internetzugang zu allen relevanten russischen Datenbanken. Unsere Bibliothek lädt zum Kennenlernen der russischen Literatur ein. Unsere Veranstaltungen reichen von Musikabenden, über Wissenschaftsgespräche bis hin zu Folklorefesten. Und dann ist da natürlich unser Engagement für die russische Sprache. Wir wollen die Qualität des Russischunterrichts an den sächsischen Schulen verbessern, bieten Fortbildungen für Lehrer an und arbeiten an neuen Lernmethoden. Zu unseren Hauptzielen zählt die gelungene Integration russischer Zuwanderer – ohne dass sie ihre russische Identität verlieren.















