Mittwoch, 23.05.2012 12:27

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Aktuell

Deutschland

Neuer Umweltminister  

Wirtschaft

SAP übernimmt Ariba  

Kultur

"Der Grand Prix ist eine politische Inszenierung"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Unerhörte Geschichten: Buchkinder e. V.  

Wieder zuhause: „re-turn“ (21.05.2012)  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

Bookmarks
| |

Nachhaltige Zusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Lateinamerika und der Karibik hat drei große Schwerpunkte: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz und Trinkwasserversorgung.

Toni Keppeler

Die junge Frau lässt die Projektion an der Wand nicht aus dem Blick. Sie kaut die Fingernägel ihrer einen Hand, mit der anderen hält sie sich am Arm ihres Anwalts fest. Die Bilder zeigen einen Angeklagten zwischen Richter, Staatsanwalt und Verteidiger. Der Mann soll dafür verantwortlich sein, dass Vater und Bruder der jungen Frau getötet wurden und sie von ihrem Hof fliehen musste. Das kolumbianische Gericht arbeitet bei diesem Prozess mit Videoübertragung von einem Saal in den anderen – aus Sicherheitsgründen. In den vergangenen Jahren gab es hunderte solcher Verfahren in Kolumbien.

Das südamerikanische Land wird seit bald 50 Jahren von einem bewaffneten Konflikt erschüttert, in den Armee, linke Guerilleros, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia einbezogen sind. In zähen Verhandlungen gelang es der Regierung, 35 000 Paramilitärs davon zu überzeugen, dass es besser ist, die Waffen abzugeben. Tausende von Morden und hunderte von Massakern haben diese Männer begangen. Das darf auch nach einer politischen Verhandlungslösung nicht ungesühnt bleiben. Wollte man alle ehemaligen Paramilitärs dem im Land üblichen Verfahren unterziehen, würde es 90 Jahre dauern, bis dieses dunkle Kapitel der Geschichte juristisch auf­gearbeitet ist. Vor diesem Hintergrund haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) dabei ge­holfen, ein beschleunigtes Ermittlungsverfahren zu entwickeln.

Das Beispiel aus Kolumbien ist nur eines von vielen aus der intensiven deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Latein­amerika. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf die Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. „Nur ein stabiles, rechtsstaatlich ausgerichtetes Lateinamerika ist ein verlässlicher politischer und wirtschaftlicher Partner“, heißt es im Lateinamerika-Konzept des Auswärtigen Amtes. „Nur ein demokratisch regiertes und zugleich ‚sozialeres‘ Lateinamerika hat gute Chancen, sich erfolgreich in die Weltmärkte und in die Weltpolitik zu integrieren“, steht im entsprechenden Grundsatzpapier des BMZ. Doch Latein­amerika ist keine Einheit. Es sind 33 sehr unterschiedliche Länder mit zusammen 590 Millionen Einwohnern. In 21 von ihnen setzt die GIZ Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit um.

Der zweite inhaltliche Schwerpunkt des deutschen Engagements gilt dem Umwelt- und Klimaschutz. Denn vor allem Länder wie Bolivien und Peru sind von den Folgen des Klimawandels betroffen. Mittelamerika und die karibischen Länder werden zudem immer häufiger von Wirbelstürmen und Unwettern heimgesucht. Den dritten Schwerpunkt der Zusammenarbeit bildet die städtische Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Drei Viertel der Mittel des BMZ für Lateinamerika fließen in diese drei Bereiche. Insgesamt stellt Deutschland gut zehn Prozent der gesamten Entwicklungszusammenarbeit für Lateinamerika.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit folgt bei ihrem Engagement stets dem Prinzip der Nachhaltigkeit und bezieht die Menschen im Land mit ein: In Guatemala und El Salvador haben deutsche Experten in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung nach dem verheerenden Wirbelsturm Stan von 2005 Frühwarnsysteme aufgebaut, Dörfer und Hänge mit Dämmen und Stützmauern geschützt, Talauen aufgeforstet und die Landwirtschaft mit traditionellem Saatgut an die Folgen von Überschwemmungen und Dürren angepasst. Bei den nachfolgenden Wirbelstürmen gab es keine Toten mehr und überschaubare Schäden. Ähnliche Projekte werden in sieben karibischen Ländern unterstützt. In Nicaragua helfen deutsche Forstexperten der indianischen Bevölkerung der Miskitos, den tropischen Regenwald nachhaltig zu bewirtschaften: Nur drei Stämme pro Hektar werden geschlagen; nach einer Ernte läst man das Waldstück 30 Jahre lang ruhen. So wird der nach Amazonien zweitgrößte Urwald Lateinamerikas erhalten. Gleichzeitig haben seine Bewohner eine Chance zur wirtschaftlichen Entwicklung. Ein gutes Beispiel für das Engagement in der Trinkwasserversorgung ist Peru: Hier unterstützt Deutschland zehn Städte beim Aufbau eines modernen Managements mit Qualitätssicherung sowie korrekter ­Finanzplanung und Rechnungsstellung. Auch das Leitungsnetz wurde verbessert, so dass es etwa in der Provinzstadt Ayacucho gelang, die Verluste im Netz von 60 auf 46 Prozent zu drücken. Ein erster Schritt.

Die deutsche Entwicklungszusammen­arbeit in Lateinamerika und der Karibik bezieht zunehmend Schwellenländer der Region als Partner ein. So bauen derzeit mexikanische Experten mit deutscher Unterstützung in Guatemala ein Netzwerk aus Umweltberatern für die Abfallwirtschaft auf. Dreieckskooperation nennt man diese Art der Zusammenarbeit. Man könnte es auch anders sagen: Lateinamerika beginnt, sich mit deutscher Unterstützung selbst zu helfen.

12.08.2011
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht