Menschenmassen drängen sich in den Abendstunden am Grenzübergang Checkpoint Charlie. Die Lage ist unübersichtlich, die Stimmung aufgeregt und angespannt. „Lasst uns raus!“, rufen die Ost-Berliner, während die Berliner im Westen skandiert: „Lasst uns rein!“ Am 9. November löste die Nachricht der angeblich offenen DDR-Grenze einen Ansturm auf die Grenzübergänge aus. In den Mitternachtsstunden stehen alle Grenzstationen offen. Am Übergang Bornholmer Straße fallen sich Ost- und Westberliner weinend in die Arme. Am Grenzübergang Invalidenstraße schiebt sich eine Trabi-Kolonne nach Westen, und am Brandenburger Tor sichern sich die ersten Mauerspechte ihr Stück Geschichte. Berlin feiert überschwänglich den Fall der Mauer. 28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage trennte sie die Stadt, zerstörte Hoffnungen und Leben, riss Familien, Freunde und Liebespaare auseinander. So wie Jan und Silke Möllmann, die sich 1987 in Ost-Berlin kennenlernten. Er ein Berlin-Tourist aus dem Rheinland. Sie Pförtnerin an der Humboldt-Universität. Aus dem ersten Gespräch wurde eine Brieffreundschaft – und die große Liebe. Die deutsche Teilung war für das deutsch-deutsche Paar bald überwunden – zum Glück. Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung heirateten beide.
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