Mittwoch, 23.05.2012 11:49

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Aktuell

Deutschland

Neuer Umweltminister  

Wirtschaft

SAP übernimmt Ariba  

Kultur

"Der Grand Prix ist eine politische Inszenierung"  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Unerhörte Geschichten: Buchkinder e. V.  

Wieder zuhause: „re-turn“ (21.05.2012)  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

Bookmarks
| |

Lebensschutz und Forschungsfreiheit

Man müsse den Gesamtzusammenhang sehen, um die deutsche Diskussion zu verstehen, sagt DFG-Vizepräsident Jörg Hinrich Hacker. Ein Interview zur Diskussion um die Stammzellforschung

Die Diskussion um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen wird auch 2008 Politik und Wissenschaft beschäftigen. Wie schätzen Sie den weiteren Verlauf der Debatte ein?
Bereits im vergangenen Jahr wurde die Problematik der Stammzellforschung in der medialen Öffentlichkeit, aber auch im Deutschen Bundestag intensiv diskutiert. Für 2008 erwarte ich eine Weiterführung dieser Diskussion und hoffe, dass die Sachargumente weiterhin gehört werden. Es ist im Frühjahr damit zu rechnen, dass im Deutschen Bundestag unterschiedliche Gruppenanträge diskutiert und entschieden werden. Ich selbst erwarte eine Novellierung des Stammzellgesetzes.

Welche neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse haben Ihrer Meinung nach Einfluss auf die aktuelle Debatte um das deutsche Stammzellgesetz?
In jüngster Zeit wurden Arbeiten von japanischen und amerikanischen Arbeitsgruppen publiziert, die zeigten, dass man Hautzellen so behandeln kann, dass sie wieder Eigenschaften von embryonalen Stammzellen annehmen. Diese Ergebnisse weisen zum einen auf die Bedeutung der Forschung auf diesem Gebiet hin. Zweitens ist klar, dass die neuen Ergebnisse ohne die Forschung an humanen embryonalen Stammzelllinien nicht möglich gewesen wären. Wir brauchen diese Zelllinien noch eine Zeit lang als „Goldstandard“, um die reprogrammierten Körperzellen entsprechend charakterisieren zu können.

Der Verbrauch von humanen embryonalen Stammzellen ist der Hauptkritikpunkt. Haben Sie Verständnis für die Auffassung, dass mit der Verschmelzung von Eizelle und Spermium das Leben beginnt, an dem kein Eingriff mehr möglich sein darf?
Selbstverständlich habe ich Verständnis und Respekt für Meinungen, die von meiner eigenen Meinung abweichen, gerade im Bereich der ethischen Bewertung von wissenschaftlichen Ergebnissen. Allerdings gibt es auch unterschiedliche Auffassungen, beispielsweise über den Zeitpunkt der vollen Schutzwürdigkeit des beginnenden Lebens. Man muss diese Fragen in ihrem Gesamtzusammenhang diskutieren, wobei die Probleme des Lebensschutzes genauso eine Rolle spielen wie eine „Ethik des Heilens“. Auch die Forschungsfreiheit spielt in dieser Diskussion eine Rolle.

Viele Länder handhaben die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen viel freier. Wie erklären Sie internationalen Kollegen, weshalb in Deutschland der Diskussionsbedarf offenbar größer ist?
Sie haben recht, auch wenn das Stammzellgesetz novelliert werden sollte, wird Deutschland nach wie vor zu den Ländern mit den restriktivsten Gesetzen im Hinblick auf die Stammzellforschung zählen. Dies hat etwas mit der Rechtstradition in Deutschland, mit der deutschen Geschichte, aber auch mit der intensiven Befassung der Gesellschaft mit diesem Thema zu tun. In Deutschland haben wir neben dem Stammzellgesetz das Embryonenschutzgesetz, das jegliche Manipulation an menschlichen Embryonen verbietet. Insgesamt hat sich dieses Gesetz bewährt, sodass auch aus der Wissenschaft heraus die Meinung vertreten wird, dass das Embryonenschutzgesetz nicht geändert werden sollte. Ausländischen Kollegen versuche ich, diesen Gesamtzusammenhang und die spezifisch deutsche Situation zu vermitteln.

Wie könnte eine Lösung für Deutschland aussehen?
Auch eine Novellierung des Stammzellgesetzes wird einen Kompromiss darstellen. Ein Hauptpunkt in der Diskussion stellt dabei die Verschiebung oder Aufhebung des Stichtages dar. Deutsche Wissenschaftler dürfen momentan nur Zelllinien nutzen, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland hergestellt wurden. Für die deutschen Wissenschaftler wäre es wichtig, dass dieser Stichtag abgeschafft wird oder dass er zumindest auf einen späteren Zeitpunkt verschoben würde.


Prof. Dr. Jörg Hinrich Hacker
Der Biologe ist seit 2003 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er lehrt Molekulare Infektionsbiologie an der Universität Würzburg.

28.01.2008
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht