Die Westseite des Brandenburger Tores in Berlin ist nicht gerade ein Blickfang. Ein unwirtlicher Platz, auf dem sich zu großen Veranstaltungen Besucher aus aller Welt drängen. Der seit 1991 in Berlin lebende israelische Architekt Zvi Hecker möchte dies ändern und eine Diskussion in Gang bringen. Sein Vorschlag: die durch die Teilung der Stadt erzeugte Trennung in Berlins Mitte zwischen dem Pariser Platz und dem Tiergarten wieder aufzuheben.
Weltweit bekannt wurde der heute 78-jährige Zvi Hecker Anfang der neunziger Jahre, als er in Berlin die erste jüdische Grundschule seit Ende des Nationalsozialismus entwarf. Anfangs in Form einer Sonnenblume konzipiert, entwickelte sich sein Entwurf zu einem rotationsförmig aufgeschlagenen Buch und sorgte mit seiner fehlenden Fassade und Symmetrien international für Furore.
In seinem aktuellen Vorschlag für das Brandenburger Tor möchte Hecker den Platz nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für die tägliche Nutzung neu aufteilen. „Unser Ziel ist es, dem Fußgänger zu erlauben, den Platz einzunehmen und das Eindringen des Verkehrsflusses zu begrenzen“, sagt er. So könnte die Straße – zur Einbahnstraße verändert – um den neuen Platz herum gelegt werden oder ganz wegfallen. Cafés, kleine Restaurants und Kioske sollen entstehen. Heckers Vision für die Neugestaltung ist bis 25. April in einer Ausstellung in der Berliner Galerie Aedes zu sehen.














