Mittwoch, 23.05.2012 11:27

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Aktuell

Deutschland

Neuer Umweltminister  

Wirtschaft

Weltbank blickt besorgt auf gebremstes Wachstum Chinas  

Kultur

Die Globalisierung der Schönheit  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Unerhörte Geschichten: Buchkinder e. V.  

Wieder zuhause: „re-turn“ (21.05.2012)  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

Bookmarks
| |

Berlinale-Chef Dieter Kosslick

„Kino hat eine ungebrochene Magie“

Dieter Kosslick leitet die Berlinale, das größte deutsche Filmfestival, seit 2001. Im Interview spricht er über die Kunst der Filmauswahl und die Bedeutung von Stars auf dem roten Teppich

Herr Kosslick, 2008 hatten Sie mit der Weltpremiere des Scorsese-Films „Shine a light“ über die Rolling Stones einen echten „Knaller“ als Berlinale-Eröffnungsfilm. Darf man 2009 mit einem ähnlichen Coup rechnen?

Na ja, das ist nicht so einfach zu wiederholen, but we will try. 2008 hatten wir einen richtig rockigen Berlinale-Auftakt. Einer der festivalübergreifenden Schwerpunkte – in allen Reihen – war Musik: Filme von und über Musiker, Musik als Ausdruck gesellschaftspolitischer Veränderung. Neben den Stones waren auch Patti Smith, Neil Young und Madonna da. Für 2009 wird die Filmauswahl erst Mitte Januar abgeschlossen. Aber ein Film hat schon jetzt für mich besondere Bedeutung: „Food Inc.“ zeigt in dramati­schen Bildern skandalöse Vorgänge in der weltweiten Nahrungsmittelproduktion. Die Berlinale beschäftigt sich seit zwei Jahren in der Reihe Kulina­risches Kino mit ökologischen und gesundheitlichen Fragen rund ums Thema Ernährung und Nahrung.

Sind Stars auf dem roten Teppich ein Gradmesser für die Klasse eines großen Filmfestivals?

Ein Festival wie die Berlinale präsentiert natürlich auch große internationale Stars, aber darüber vergessen wir nicht die Filmkunst. Das wirkliche Geheimnis eines Filmfestivals auf internationalem Niveau ist, dass man ein breites, aber profiliertes Programm präsentiert. Star-Power gehört dazu, aber eben nicht nur.

5000 Filme müssen für die Berlinale gesichtet werden – was ist das Schwierigste bei der Auswahl?

Zur Vorsichtung dieser unglaublichen Filmmenge haben wir diverse Komitees in den einzelnen Programmsektionen der Berlinale. Dann sichten die Sektionsleiter für ihre Bereiche diese Vorauswahl. Ich mache dies für den Wettbewerb, das heißt, am Ende sehe ich circa 200 Filme. Die Herausforderung der Programmierung liegt eigentlich in der richtigen Komposition. Das Programm eines internationalen Wettbewerbs muss eine Dramaturgie haben. Da spielen zunächst formale, ästhetische, inhaltliche, kulturelle Faktoren mit, aber auch der Blick auf ein heterogenes Publikum aus Journalisten, Filmbranchenvertretern und sogenannten normalen Zuschauern. Ein etwas komplizierter Spagat.

Welche Rolle spielt der Branchentreff „European Film Market“ während der Berlinale?

Der European Film Market ist ein vitales Instrument für die internationale Filmwirtschaft. Rund 700 Filme werden auf dem EFM angeboten, 75% Prozent davon sind Marktpremieren, das heißt, sie werden in Berlin erstmals potenziellen Käufern präsentiert. Das macht den EFM sehr attraktiv, hier werden die Filme gehandelt, die unser Kinopublikum in den nächs­ten ein bis zwei Jahren zu sehen bekommen wird. Der EFM hat eine unglaubliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Seit dem Umzug in den neuen wunderschönen Martin-Gropius-Bau 2006 ist der Markt enorm gewachsen. In aller Bescheidenheit kann man sagen, wir sind in den vergangenen drei Jahren zum drittgrößten Filmmarkt der Welt geworden, Tendenz steil nach oben.

Die Einführung des Berlinale Talent Campus war Ihre Idee: Was haben Sie sich von ihm erhofft?

350 junge Filmkünstler aus mehr als 120 Ländern in der Stadt zu haben, das überträgt eine ungeheure Energie auf das Festival. Der Campus hat in seiner inzwischen fast sechsjährigen Geschichte unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Als Nachwuchsplattform der Berlinale erfährt er eine weltweite positive Resonanz, und international ist er zum Vorbild in der Nachwuchsförderung geworden. Die Campus-Idee wurde bereits auf anderen Festivals kopiert oder gemeinsam mit uns organisiert wie zum Beispiel in Südafrika, Indien und Argentinien. Dort werden mit Unterstützung aus Berlin jährlich Talent Campi veranstaltet. Das Sarajevo Film Festival organisiert seit 2007 ebenfalls einen ­Talent Campus, mit dem Fokus auf Talente aus Südosteuropa. Auch das Jerusalem Filmfestival ist am Talent Campus interessiert. Wir freuen uns natürlich besonders, dass das Auswärtige Amt und ­Außenminister Frank-Walter Stein­meier den Campus unterstützen.

Wenn Sie eine Kurzdiagnose zum aktuellen deutschen Film geben – wie fällt die aus?

Ich glaube an unsere Filmemacher und die Qualität deutscher Filme. Die Lage des deutschen Films hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Es gibt ein großes Potenzial junger Filmemacher, die in den unterschiedlichsten Genres arbeiten. Das wird seit mehreren Jahren auch international wahrgenommen, selbst Hollywood ist auf diese Talente aufmerksam geworden und macht Angebote. Nicht nur auf der Berlinale, auch auf anderen Festivals heimsen deutsche Filme immer wieder Auszeichnungen ein. Auch das Publikum hat sich wieder dem deutschen Film zugewandt, und Deutschland ist ein heißer Produktionsstandort geworden.

Viele der unlängst erfolgreichen deutschen Filme haben mit Themen der Zeitgeschichte zu tun – ist das ein allgemeiner Trend oder etwas spezifisch Deutsches?

Das Interesse an aktuellen Themen und Ereignissen, die unser gesellschaftliches Leben bestimmen, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Viele Filmemacher setzen sich mit ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander. Das zeigt auch der große Erfolg von Dokumentarfilmen. Ich denke, die deutschen Regisseure und Regisseurinnen haben diesen Trend, den wir jetzt auch weltweit erleben, mitinitiiert.

Gehen Sie privat eigentlich noch ins Kino?

Selbstverständlich. Das Kino hat ­eine ungebrochene Magie, auch wenn heute die digitalen Möglichkeiten audiovisueller Rezeption unendlich erscheinen. Das Gemeinschaftserlebnis, der Kinosaal und das angenehme Gefühl, wenn es dunkel wird und sich der Vorhang öffnet, sind durch nichts zu ersetzen.

Interview: Janet Schayan

17.02.2009
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht