Mittwoch, 23.05.2012 11:10

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Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

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Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

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Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

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Neue Filme aus Deutschland

Jetzt im Kino

Von der Suche nach dem Sinn des ­Lebens bis zum eiskalten Bergsteigerdrama: Zurzeit starten viele deutsche Produktionen in den Kinos, die von ­Kinofans weltweit neugierig erwartet werden. Eine Auswahl

Wim Wenders

Palermo Shooting

Ein Musiker als Schauspieler. Das ist ein bei Kritikern und Filmfans gleichermaßen gefürchteter Rollenwechsel. Wim Wenders wagt das Experiment in seinem neuesten Film dennoch. Und gewinnt. In der filmgewordenen Meditation über eine künstlerische Sinnkrise steht Campino, Frontmann der deutschen Punkrocker „Die Toten Hosen“, vor der Kamera. Und der Sänger weiß, wie man sich als Hauptdarsteller bewegt und auch mit wenig Text viel sagt. Sein Gesicht ist es, das die Kamera erkundet, immer wieder fängt sie seinen Charakterkopf ein. Anfangs depressiv, dann immer weicher. Ein wunderbares Zusammenspiel – nie zuvor hat sich ein Wenders-Film so auf ein Gesicht fokussiert. Es gibt im neuesten Film des deutschen Regisseurs auch für treue Wenders-Fans also durchaus Neues zu entdecken. Und doch auch viel Vertrautes. Einen ausgefeilten Soundtrack zum Beispiel – 27 Titel suchte der 62-jährige Wenders aus, von Nick Cave über Portishead bis Lou Reed. Sie sind der Schutzwall, hinter den sich der Düsseldorfer Modefotograf Finn (Campino) immer wieder zurückzieht. Nur mit dem Kopfhörer auf den Ohren findet er Ruhe. Seine Arbeit ödet ihn an. Im Cabrio hetzt er von Termin zu Termin, nachts wacht er schweißgebadet, von Alpträumen geplagt, auf. Der Beinahe-Unfall mit einem Geis­terfahrer stürzt den Rastlosen in eine Sinnkrise, vor der er in das sizilianische Palermo flieht. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens streift er mit seiner alten Kamera in der Hand durch die Straßen der malerischen Stadt. Dort erwarten ihn eine schöne Restauratorin (Giovanna Mezzogiorno), in die er sich verlieben wird. Sie könnte Finns Glück sein, ließe er sich wieder für das Leben begeistern. Doch der Sinnsucher wird auch verfolgt. Eine geheimnisvolle Gestalt, ein Mann mit Kapuze, ist ihm auf den Fersen. Immer wieder legt der mit Pfeil und Bogen auf den Fotografen an. Der leibhaftige Tod ist es, gespielt von Dennis Hopper. Die Liebe, das Leben und der Tod – Wenders hat (wieder) ein philosophisches Roadmovie gedreht. Diesmal nimmt er die Zuschauer allerdings mit auf eine innere Reise. Er ist ein Meister darin, Stimmungen einzufangen. Wie in wenig anderen aktuellen Filmen lässt sich in den Bildern von „Palermo Shooting“ schwelgen. Kühl-ästhetisch in der dekadenten Modewelt, lebendig unter der Sonne Italiens. Eine Schwäche des Films sind die Dialoge, die immer mal wieder ins Banale abgleiten. Etwa wenn Finn nach der Handy-Mitteilung „23 Anrufe in Abwesenheit“ darüber grübelt, wann er eigentlich zuletzt anwesend war. Leicht hat es Wenders dem Filmpublikum noch nie gemacht – aber genau das ist seine Stärke.

Uli Edel

Baader-Meinhof-Komplex

Nur über wenige Filme in Deutschland wurde schon vor dem Kinostart so heftig diskutiert wie über den „Baader-Meinhof-Komplex“. Darf man den Terror der linksextremistischen Rote Armee Fraktion (RAF), der Deutschland in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Atem hielt, als Spielfilm auf die Leinwand bringen? Gespickt mit Action-Sequenzen und einem Star-Ensemble, wie es kein anderer deutscher Film zuvor aufweist? Man darf, sagten sich Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel. Beide machten sich daran, dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte aufzuarbeiten. Was sie geschaffen haben, ist beeindruckend – und weit weg von jeglicher Revolutionsromantik. Mit eindringlicher Intensität zeigen sie den Schrecken des Terrors. Damit geht das Duo, das schon „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ erfolgreich verfilmte, einen anderen Weg als die früheren Filme über die RAF. Dort standen meist die Täter im Vordergrund, „Der Baader-Meinhof-Komplex“ konzentriert sich dagegen auf die Taten. Authentisch und schonungslos zeigt der Film, was Terrorismus für die Opfer bedeutet. Das Drehbuch – nach Vorlage und Recherchen von Ex-„Spiegel“-Chef Stefan Aust – verzichtet auf jede Fiktion und verdichtet chronologisch zehn Jahre auf zweieinhalb Stunden Kino. Inklusive Dokumaterial, das Regisseur Edel mit sicherer Hand in die Handlung einstreut. Vom Mythos RAF bleibt nach diesem Film nichts mehr übrig.

Philipp Stölzl

Nordwand

Ein Mann am Ende seiner Kräfte, allein, mitten im Berg. Um ihn herum wütet der Schneesturm. Sein Leben hängt an einem Seil. Und wenn der Eiswind über den Berg bläst, friert es uns sogar im Kinosessel: „Nordwand“ ist großes Abenteuer­kino. Es geht um den Versuch der Erstbesteigung der extrem schwierigen Eiger-Nordwand in den Alpen. Philipp Stölzl hatte sich bisher vor allem mit Musikvideos – zum Beispiel für Madonna – und als Werbefilmer einen Namen gemacht. Aber mit seinem zweiten Spielfilm löst der 41-Jährige sein Ticket für die Welt des Kinos: Die an die historischen Ereignisse angelehnte Geschichte um die beiden deutschen Bergsteiger Toni Kurz und Andreas Hinterstoisser, dargestellt von Benno Fürmann und Florian Lukas, spielt 1936, im Jahr der von Hitler instrumentalisierten Olympischen Spiele in Berlin. Die beiden konkurrieren auf dem Weg zum Gipfel gegen ein österreichisches Team – aber der plötzliche Wetterumschwung und eine Verletzung machen aus den Gegnern eine Seilschaft, die gemeinsam ums Überleben kämpft. Stölzls Drama hat fast etwas Dokumentarisches, wurde unter echten Strapazen und mit historischer Ausrüstung gedreht – genagelte Bergschuhe, Wollfäustlinge, Hanfseile. Natürlich ist auch der Nationalsozialismus, für den die Bezwingung der Eigernordwand ein Prestigeprojekt war, Thema in diesem Film, der zugleich mit moderner Ästhetik ein Sujet wiederbelebt, das auch in den 30er-Jahren beliebt war: den Bergfilm. Eine Gratwanderung. Und Stölzl fokussiert auch genau auf die ideologische Verwertung des Klettersports in dieser Zeit. Trotzdem bleibt die zeitgeschichtliche Einbettung etwas einfach, wenn er die beiden Bergsteiger als sympathisch nazikritisch darstellt und einen öligen Sensationsreporter, hervorragend gespielt von Ulrich Tukur, als NS-nahen Antipoden. Aber Stölzl ging es vor allem um den Kampf Mensch gegen die Urgewalten der Natur. Und schließlich zerbricht diese Geschichte eines grausamen Scheiterns jeden Traum vom Heldentum und verkehrt ihn in sein Gegenteil. Raum für Pathos lässt Stölzl nicht.

Christian Schwochow

Novemberkind

Dieser Film ist ein Debüt , eine Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg. Das ist kaum zu glauben, so sicher und souverän, mit so eindringlichen Bildern und so hervorragenden Schauspielern setzt Christian Schwochow seine Geschichte um. Sie hat die deutsche Teilung in DDR und Bundesrepublik zum Thema – vor allem deren Folgen. Christian Schwochow selbst ist in Ostdeutschland geboren und im Westen aufgewachsen, mit „halb ostdeutscher, halb westdeutscher Sozialisation“, wie er selbst sagt. Zusammen mit seiner Mutter hat er das Drehbuch für den Film „Novemberkind“ geschrieben, in dem Anna Maria Mühe eine Doppelrolle spielt: Anna lässt ihr Kind Inga in der DDR zurück und flieht in den Westen. Inga wächst bei den Großeltern in einem kleinen Nest in Mecklenburg auf, glaubt, die Mutter sei in der Ostsee ertrunken. So haben es ihr die Großeltern erzählt. Erst als junge Frau erfährt sie, dass das nicht stimmt, und macht sich mit Hilfe des sonderbaren Literaturprofessors Robert (Ulrich Matthes) quer durch Deutschland auf die Suche nach der Mutter. Schwochows Film ist ein tragisches Roadmovie, eine Geschichte über Lebenslügen, über das Schweigen, die Verdrängung, über Schuldgefühle. Bei den Max Ophüls Filmtagen in Saarbrücken und dem Filmkunstfest Schwerin wurde „Novemberkind“, seit Ende November in den deutschen Kinos, bereits mit zwei Publikumspreisen ausgezeichnet.

16.01.2009
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