Feiqing Huang, Schul-Leiterin
Für Feiqing Huang besteht ein Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Integration. Um mehr darüber zu erfahren, promoviert die Chinesin, die seit zehn Jahren in Berlin lebt, derzeit mit dem Thema „Schulerfolg und Migration – eine empirische Untersuchung bei Kindern und Jugendlichen chinesischer Herkunft in Deutschland“ an der Technischen Universität Berlin. Außerdem ist sie Leiterin der im Sommer 2007 in Berlin gegründeten Yi Zhi Chinesischen Kulturschule, einem gemeinnützigen Projekt, das vom Deutsch-Chinesischen Verein für Kultur und Bildung getragen wird. Die Schule vermittelt chinesische Sprach- und Kulturkenntnisse und fördert die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Auf die Frage, ob das Beherrschen der deutschen Sprache ein wichtiges Integrationsmerkmal sei, antwortet Feiqing Huang mit einem klaren „Ja“. Unter Integration versteht sie aber mehr als das: „Um Integration langfristig und nachhaltig zu erreichen, muss die Integrität der ursprünglichen Kultur einer Gruppe oder Einzelperson aufrecht erhalten und gleichzeitig zum integralen Bestandteil innerhalb der Aufnahmegesellschaft werden.“ So lernen immer samstags mehr als 100 Kursteilnehmer – überwiegend chinesische Schulkinder, die meist in Deutschland geboren sind und deutsche Schulen besuchen – in der Yi Zhi Schule Sprache und Schrift der Heimat ihrer Eltern. Das Angebot der Schule umfasst verschiedene aufeinander aufbauende Sprachkurse des modernen Hochchinesisch, damit die Kursteilnehmer von ihrer Ursprungssprache mehr als nur das Alltagschinesisch beherrschen. „Die Deutschkenntnisse meiner Schülerinnen und Schüler sind meistens sehr gut. Nach meiner Beobachtung sprechen mehr als die Hälfte miteinander und häufiger auch in ihrem Elternhaus Deutsch“, sagt Feiqing Huang, Außerdem funktioniere die Integration in Berlin sehr gut. „Es bestehen viele Kontakte zwischen chinesischen und deutschen Familien. Sie sind natürlich auch durch den Freundeskreis ihrer Kinder in den deutschen Schulen zustande gekommen.“
Ding Ding, Tempel-Manager
Er habe die sprachliche und kulturelle Hürde längst überwunden, sagt Ding Ding. Er hat in Shanghai Germanistik und in Peking Internationale Beziehungen studiert, arbeitete im chinesischen Außenministerium, als Diplomat im Ausland und war – nach dem Doktorat – Lehrbeauftragter am Otto Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 1993 lebt Dr. Ding Ding in Berlin. Nun ist er Hauptgeschäftsführer des Fördervereins Shaolin Tempel. Der Tempel, der vor sieben Jahren in Berlin gegründet wurde, ist ein direkter Ableger des weltberühmten chinesischen Songshan Shaolin Tempels. Vier Mönche unterrichten hier unter anderem Buddhismus, Meditation, Qi Gong, Tai Chi und Kung Fu. Zu Dr. Dings Aufgaben gehören das Management des Tempels, die Kontaktpflege zu Partnern im In- und Ausland sowie die Betreuung verschiedener Projekte in den Bereichen Schule und Wohltätigkeit. Ding Ding will dazu beitragen, Vorurteile zwischen Chinesen und Deutschen abzubauen. „Beide Kulturen haben ihre Stärken“, sagt er, „und Bildung ist sicher ein wichtiger Faktor für die Integration.“ Mit dem Tempel will er den Deutschen die asiatische Kultur näher bringen. „Sie findet in Deutschland immer mehr Akzeptanz. Immer mehr Menschen interessieren sich hier für die traditionelle Kultur Chinas. Die gesundheitserhaltenden Methoden – wie wir sie auch in unserem Tempel praktizieren – sind inzwischen sehr beliebt, und auch der Buddhismus stößt auf immer stärkeres Interesse.“ Seine Frau arbeitet übrigens als Therapeutin und Heilpraktikerin am Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin in Potsdam.
Shi Xiaohe, Jazz-Bassist
Shi Xiaohe ist ein leidenschaftlicher Jazz-Bassist. In Peking hat er mit verschiedenen Bands zahlreiche Konzerte gegeben und 2002 auch eine eigene CD eingespielt. In Berlin ist er zwar ebenfalls in einigen Konzerten aufgetreten, aber die Musikszene ist ausgeprägt und die Konkurrenz groß. „Ich habe eine ganze Reihe von Bands ausprobiert. Aber Musiker auf der selben Wellenlänge habe ich bis jetzt noch nicht kennengelernt“. Also konzentriert er sich zur Zeit auf seinen Job als Hausmann und kümmert sich um seine fast zwei Jahre alte Tochter Victoria Yuxian. Shi Xiaohe, 1980 in Peking geboren, ist mit der Sinologin Monika Hamann verheiratet. Sie haben sich in Peking kennengelernt, als seine jetzige Frau dort in den Jahren 2002/2003 ein Auslandsstudium absolvierte. Seit Ende der Elternzeit arbeitet Monika Hamann als „Executive Assistant“ in einem chinesischen Unternehmen. Er übernahm die Betreuung des Kindes. „Mit einem Kind lernt man viel von der anderen Kultur, über Erziehung, Sprache und Anschauungen.“ Und bekommt auch leicht Kontakt. „Viele Deutsche sind mir gegenüber offen und vielleicht sogar ein wenig neugierig“, sagt er. Außerdem habe er jetzt Zeit, Kontakte zu Landsleuten in Berlin zu pflegen. „Beim gemeinsamen Kartenspiel oder beim Kochen spüre ich ein Stück ‚Heimat‘.“














