Mittwoch, 23.05.2012 10:41

Aktuell

Reise durch die Musik und Kultur Afrikas

Afrikanische Lebensfreude erleben: Musikstars von den Kapverdischen Inseln und aus dem Senegal stehen in diesem Jahr im...weiter

© Thomas Dorn

Nachrichten

Staatsminister Link trifft neuen französischen Europaminister Cazeneuve

Staatsminister Michael Link empfängt am heutigen Montag, 21.05., den neuen französischen Europaminister Bernard...weiter

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Aktuell

Deutschland

Neuer Umweltminister  

Wirtschaft

Weltbank blickt besorgt auf gebremstes Wachstum Chinas  

Kultur

Die Globalisierung der Schönheit  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Unerhörte Geschichten: Buchkinder e. V.  

Wieder zuhause: „re-turn“ (21.05.2012)  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

Bookmarks
| |

Filmfestspiele Berlin

Im Zeichen des Bären

Die Jagd um den Goldenen Bären wird in jedem Februar eröffnet: Dann rollt die Berlinale den roten Teppich aus – für Glamour und Talente, für Filmkunst und Filmmarkt

Von Gerhard Midding

In „Der Himmel über Berlin“ lässt Regisseur Wim Wenders 1987 den alten Geschichtenerzähler Homer, gespielt von Curt Bois, an der Berliner Mauer entlanglaufen und den Potsdamer Platz suchen. Allein, der Greis kann ihn nicht finden. Einst war dies doch ein belebter Ort! Man traf sich im berühmten Café Josti und beobachtete die Passanten. Aber alles, was er entdeckt, ist eine triste Brachlandschaft. Damals konnte niemand ahnen, dass die Mauer zwei Jahre später fallen würde und der Potsdamer Platz wiederauferstehen sollte. Der aus dem Boden gestemmte Stadtteil mag zwar noch nicht endgültig Wurzeln geschlagen haben in der veränderten Stadtlandschaft. Aber das Leben pulsiert hier wieder. Homer würde hier heute auch ein Café entdecken, das nun Josty heißt.

Damals hätte auch noch niemand davon zu träumen gewagt, dass die Berlinale, die Internationalen Filmfestspiele Berlin, eines Tages hierhin umziehen würde: pünktlich zu ihrem 50. Geburtstag im Jahr 2000. Das Filmfestival der Mauerstadt hat sich seit seiner Gründung 1951 als ein Schaufenster der Welt, als eine Schnittstelle zwischen Ost und West verstanden. Mit einem Mal hatte es nun ein richtiges Zentrum und ein eigenes Festspielhaus. Vor dem Berlinale Palast wird der rote Teppich ausgerollt und die Filmwelt nimmt die Mitte Berlins für gut zwei Wochen im Februar vollends in Beschlag.

Die wiedervereinigte Stadt ist zu einem attraktiven Ziel für Hollywoodstars wie ­George Clooney geworden, der schon fast ein Dauergast des Festivals ist. Die Idee, 2008 die Sängerin Madonna mit ihrem Regiedebüt einzuladen, war ein gelungener Coup. Die klassischen Sektionen neben dem Wettbewerb fanden in den Multiplexkinos am Potsdamer Platz eine neue Heimat auf modernstem technischem Niveau: Das Panorama, in dessen offenem Konzept der Mainstream und Autorenfilm gleichermaßen willkommen sind. Das Internationale Forum des Jungen Films, das seit Jahrzehnten unbeirrt der Avantgarde eine Plattform bereitet. Die Retrospektive, die der Filmgeschichte einen weit höheren Stellenwert einräumt als andere Festivals. Der European Film Market, das wirtschaftliche Herzstück des Festivals, das neben dem American Film Market und Cannes die größte Filmmesse ist. Und nicht zuletzt das Kinderfilmfest, das sich liebevoll um den Zuschauernachwuchs bemüht.

Festival der guten Laune

Unter Fachbesuchern stand die Berlinale stets im Ruf, ein Arbeitsfestival mit einem einschüchternd umfangreichen Filmprogramm zu sein. Als Dieter Kosslick mit der Berlinale 2002 seine erste Festivalleitung übernahm, verschoben sich die Akzente spürbar. Der gebürtige Pforzheimer war in der deutschen Filmszene als begnadeter Kommunikator bekannt. Er hatte in der Werbebranche begonnen, war Referent des Hamburger Bürgermeisters, Redakteur und trug als Leiter der Filmförderung wesentlich dazu bei, Nord­rhein-Westfalen zu einem attraktiven Filmstandort auszubauen.

Als Berlinale-Chef sollte sich Dieter Kosslick als ein geborenes Showtalent erweisen. Ansprachen und Moderationen bewältigt er mit lockerem, spontanem Witz. Sein chronisches Hadern mit der englischen Sprache überspielt er mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Von Anfang an hat Dieter Kosslick sich allerdings auch als ein geschickter Stratege erwiesen, der die Berlinale general­überholt hat. Als erklärter Fürsprecher des deutschen Films hat er diesem beharrlich eine bedeutende Plattform errichtet. Die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ ist zu einer Leistungsschau einheimischer Produktionen geworden, deren internationale Ausstrahlung mit jedem Jahr größer wird.

Kosslick setzt sein Gespür für Marketing auch für die Filmförderung ein und engagiert sich besonders für den Nachwuchs. 2008 fand schon zum sechsten Mal der Berlinale Talent Campus statt (sie­he Box). Eine weitere wichtige Initiative ist der„World Cinema Fund“, eine Filmförderung der Berlinale und der Bundeskulturstiftung. Der Fonds ist mit einem Jahres­etat von 500000 Euro ausgestattet, der für die Co-Produktion und den Verleih von Filmen aus Lateinamerika, Afrika und Asien vergeben wird. Von dem so geförderten Film „Paradise Now“ des Palästinensers Hany Abu-Assad konnte sogar die Berlinale selbst profitieren: Er lief 2005 im Wettbewerb und gewann danach zahlreiche internationale Preise.

Auf Expansionskurs

Unter den bedeutenden Filmfestivals ist die Berlinale das größte Publikumsfestival. Die Zahl der an „Normalbesucher“ verkauften Kinokarten steigt mit jedem Jahr. Die Auslastung der Vorstellungen in allen Sektionen hat einen Grad erreicht, um den die Konkurrenz in Cannes und Venedig das Festival beneidet. Auch die Anzahl der eingereichten Filme erhöht sich stetig. Und obwohl der European Film Market vor zwei Jahren in den großen Martin-Gropius-Bau umgezogen ist, droht er schon wieder aus allen Nähten zu platzen. Die Berlinale ist zu einer Marke geworden, einem ausbaufähigen Franchise-Produkt. Laufend entstehen neue Filmreihen und Specials. Nachdem Kosslick anfangs Glamour und Filmkunst geschickt austarierte und seine Charmeoffensive auch die mürrischsten Kritiker überzeugte, gab es zuletzt auch kritische Stimmen: Das Festival drohe sich in einen „Gemischtwarenladen“ zu verwandeln, der jedem etwas bieten will, und könne dabei an Profil verlieren.

Allerdings hat der Wettbewerb gerade in den letzten Jahren eigene thematische Konturen gewonnen. 2007 schälte sich die Zeitgeschichte – der Zweite Weltkrieg, der Holocaust – als Schwerpunkt heraus. 2008 setzten sich auffallend viele Beiträge mit dem Schicksal von Kindern auseinander. Und die Entscheidungen der Jury sind oft für eine Überraschung gut, zumal wenn ­eigenwillige Persönlichkeiten wie die Schauspielerin Charlotte Rampling oder der Regisseur Constantin Costa-Gavras ­deren Präsidentschaft übernehmen. So ­gewann 2006 der bosnische Film „Esmas Geheimnis“ unerwartet den Goldenen ­Bären und 2008 der brasilianische Polizeifilm „Tropa de Elite“. Das waren umstrittene, aber keineswegs unwürdige Preis­träger. So öffnet die Berlinale den Erlebnishorizont der Zuschauer, wie es früher einmal die Weltausstellungen taten: Sie gibt Auskunft über das Leben in anderen, fernen Ländern.

30.01.2009
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht