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Hohe Ehre für Alfred Brendel

Der Star-Pianist Alfred Brendel erhält den mit 15 Millionen Yen dotierten Praemium Imperiale, den Nobelpreis der Künste, aus der Hand seiner Hoheit Prinz Hitachi.

Von Martin Orth

Der Star-Pianist Alfred Brendel erhält den Praemium Imperiale 2009. Der 1989 auf Anregung des japanischen Kaiserhauses gestiftete Preis gilt als der „Nobelpreis der Künste". Die Japan Art Association vergibt ihn jährlich für ein künstlerisches Lebenswerk in den fünf Kategorien Malerei, Skulptur, Architektur, Film/Theater und Musik. Neben Brendel wurden in diesem Jahr der britische Dramatiker Tom Stoppard, der japanische Fotograf Hiroshi Sugimoto, der britische Land-Art-Künstler Richard Long und die irakische Architektin Zaha Hadid ausgezeichnet. Der Preis ist mit jeweils 15 Millionen Yen (rund 111000 Euro) dotiert. Die feierliche Verleihung fand am 22. Oktober in Tokio statt. Brendel erhielt den Preis aus der Hand von seiner Hoheit Prinz Hitachi.

Der 1931 geborene Pianist Alfred Brendel, der einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie entstammt, ist ein Virtuose seines Fachs. Nach dem Studium von Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz beschloss er seine Klavierstudien bei Edwin Fischer. Er hat als erster das Klavierwerk Beethovens in seiner Gesamtheit aufgenommen und war an der „Einbürgerung" der Schubert-Sonaten ins Konzertrepertoire ebenso maßgeblich beteiligt wie an der Rehabilitation der Klavierwerke Liszts. In den vergangenen Jahren Jahren gehörten die Sonaten von Haydn, Mozart und Schubert zu Alfred Brendels Repertoire. Schon am Anfang seiner Karriere entschied er sich, nur solche Werke zu spielen, mit denen man – wie er sagt – ein Leben verbringen kann. Aber selbst als einem der weltweit gefragtesten Pianisten war Alfred Brendel die Selbstdarstellung am Klavier zuwider. „Das Klavier ist für mich kein Fetisch, sondern ein Mittel zum Zweck. Und der Zweck ist nicht Selbstdarstellung, sondern das Wachküssen von Kompositionen." Im Dezember 2008 hatte der 78-Jährige nach 60 Jahren seine professionelle Karriere beendet – wie gewohnt humorvoll. „Ich fühle mich nicht besonders alt. Ich habe zwar ein paar Stücke abgesetzt, aus physischen Gründen, aber meine Zähne sind mir noch nicht ausgefallen", sagte er auf dem Schleswig-Holstein Musik Festival 2008.

08.12.2009
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