Als am 5. Mai 2010 der letzte von insgesamt fünf Gleitrobotern aus dem Südpazifik gezogen wurde, waren die Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) hochzufrieden. Die mit modernsten Sensoren ausgestatteten Gleiter des US-amerikanischen Herstellers Teledyne Webb Research hatten zwei Monate lang insgesamt 3500 Tauchgänge in bis zu 1000 Meter Tiefe umgesetzt. Dabei nahmen sie nicht weniger als 18 Millionen Messungen von Temperatur, Salzgehalt, Chlorophyll, Trübung und Sauerstoff vor. „In enger Kooperation mit Teledyne Webb Research haben wir nun die erforderliche Zuverlässigkeit und Präzision bei den Messungen erreicht“, kommentierte Gerd Krahmann, Ozeanograph am IFM-GEOMAR. Im Sommer 2011 soll das nächste große Gleiterschwarm-Experiment folgen.
Von Hightech aus Nordamerika profitieren die Kieler Wissenschaftler auch beim autonomen Unterwasserfahrzeug (AUV) ABYSS, das die Firma Hydroid aus Massachusetts hergestellt hat. Es basiert auf der von der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution, einer Partnerinstitution des IFM-GEOMAR, entwickelten REMUS-Technologie und trägt zur Kartierung des Meeresbodens bei. ABYSS hat für das IFM-GEOMAR bereits über 50 Tauchfahrten absolviert. Auf dem 50. Tauchgang im August 2010 untersuchte es mithilfe einer neuen Mikrostruktursonde der kanadischen Firma Rockland Scientific etwa die Sauerstoffverteilung in der Tiefsee. Dass ABYSS sich mit anderen technischen Systemen gut kombinieren lässt, zeigte sich bereits 2009 bei einer Untersuchung des Lilliput-Hydrothermalfeldes am Mittelatlantischen Rücken. Der ferngesteuerte Tiefseeroboter ROV KIEL 6000 der US-Firma Schilling Robotics konnte den Wissenschaftlern des IFM-GEOMAR Videoaufnahmen in neuer Qualität liefern, da ABYSS den Meeresboden zuvor in einer Tiefe von 1500 Metern mit einem hochauflösendem Echolot präzise kartiert hatte. Eine besondere Auszeichnung erhielt ABYSS erst im Dezember 2010: Als erstes AUV wurde es von der Schiffsklassifikations-Gesellschaft Germanischer Lloyd für Wassertiefen von 6000 Metern zertifiziert – und ist nun ohne Einschränkung auf allen Forschungsschiffen einsetzbar.////














