Der Süßwarenproduzent Haribo hat Führung und Unternehmensstruktur neu geordnet. Kernpunkte: Der als «Mr. Haribo» bekannte 87-jährige Firmenpatriarch Hans Riegel bleibt ungeachtet seines hohen Alters weiter aktiv und am Steuer.
In die Führungsspitze rücken nun neben ihm zwei Söhne seines vor einem Jahr verstorbenen Bruders Paul Riegel auf. Auch künftig soll der international aufgestellte Gummibärchen-Hersteller ein familiengeführtes Unternehmen bleiben.
«Damit hat die Familie die Weichen für die Zukunft gestellt», erklärte Hans Riegel am Montag (6. September) in Bonn. Die Neuordnung stand seit dem Tod von Paul Riegel im August 2009 an und wurde unter der Familie nach längerem Ringen intern geregelt. Paul Riegel war neben seinem vier Jahre älteren Bruder der Miteigentümer des Betriebs und auch Mitgeschäftsführer. Nach dessen Tod führte Hans Riegel den Konzern als alleiniger Geschäftsführer.
Die neue Struktur gilt auch als Signal, dass die Familie das Zepter behalten will. Eine Veräußerung, über die früher spekuliert wurde, sei nicht geplant, ebenso wenig ein Börsengang, hieß es aus dem Unternehmen.
Das im Jahr 1920 gegründete Bonner Familienunternehmen entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg unter der Führung der beiden Brüder Hans und Paul zu einem Global Player der Süßwarenbranche. Haribo ist keine Aktiengesellschaft und macht nur begrenzte Angaben zu Geschäftsergebnissen. Der Jahresumsatz soll bei knapp zwei Milliarden Euro liegen. Mit etwa 6.000 Mitarbeitern produziert Haribo an Standorten in Deutschland und im Ausland.
© dpa













