Energiepotential besser nutzen
Die Inselstaaten der Karibik wollen weg vom Energieträger Öl – und setzen auf deutsche Beratung.
Das Öl-Zeitalter in der Karibik geht zu Ende – wenn auch nur langsam. Noch ist der teure Rohstoff für die Staaten in der Region die wichtigste Energiequelle. Die erneuerbaren Energien tragen bisher nur zwei Prozent zum Energieverbrauch bei. Erschwert wird ihr Ausbau durch die Vielzahl unterschiedlicher energiepolitischer Gesetze. Dennoch: In der Region wächst das Bewusstsein für den Wandel. An den natürlichen Voraussetzungen fehlt es schließlich nicht: Genug Sonne und Wind, Erdwärme und Wasserkraft könnten die Karibik nahezu unabhängig von fossilen Energieträgern machen. Diese Potentiale zu nutzen, ist das Ziel einer von Deutschland geförderten Initiative in der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM): das „Caribbean Renewable Energy Development Programme“ (CREDP). Zusammen mit internationalen Partnern unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz in 15 Ländern. Ziel der Maßnahmen: die Politik zu überzeugen, bessere Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien zu schaffen und Energieversorgungsunternehmen und Investoren für ihre Förderung zu gewinnen. Energieberater Thomas Scheutzlich sagt, dass die Energiewende weiterhin viel Geduld brauche. Fortschritte lassen sich aber erkennen: So hat das CARICOM-Sekretariat seit 2008 eine Energieabteilung, einige Staaten haben Energiepolitiken verabschiedet, neue Windparks, Solaranlagen und Wasserkraftwerke sind in Planung.
Vorreiter für ganz Lateinamerika
Wie die Galápagosinseln mit deutscher Unterstützung auf grüne Technologien setzen.
Die Galápagosinseln sind weltberühmt für ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Biologen aus aller Welt sind faszi-niert vom „Freilandlabor der Evolution“. Weniger bekannt ist, dass die Einwohner der Inselgruppe vor der Küste Ecu-adors in Zukunft auf Mineralölimporte verzichten werden. Die Ära dröhnender Dieselmotoren neigt sich damit auf den fünf bewohnten Inseln dem Ende zu. Spätestens bis 2020 will man, so das energiepolitische Ziel der ecuadorianischen Regierung, die fossilen Energieträger komplett durch erneuerbare Energien ersetzen. Damit übernehmen die Inseln für ganz Lateinamerika eine Vorbildfunktion. Neben umfangreichen Energieeffizienz-Maßnahmen sollen vor allem Sonne, Wind und Biomasse zum Einsatz kommen. Da der Verkehrssektor auf der jährlich von fast 200 000 Touristen besuchten Inselgruppe eine wichtige Rolle spielt, will man auf Elektrofahrzeuge und Biokraftstoffe umstellen. Auf der Insel Floreana ist das Ziel, die Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, bereits für den Stromsektor erreicht worden. Mithilfe der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind dort zwei Generatoren in Betrieb gegangen, die mit Pflanzenöl gespeist werden und den Strom für die 200 Inselbewohner bereitstellen. Das Pflanzenöl wird dabei an der Pazifikküste Ecuadors in Manabí produziert. Die Bauern dort ernten die ölhaltigen Nüsse der Jatropha, die sie als Heckenpflanze zwischen ihren Äckern nutzen.














