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Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

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Grenzenlos forschen

Lebendiger Austausch: Immer mehr deutsche Wissenschaftsgesellschaften und Hochschulen betreiben erfolgreiche Kooperationsprojekte mit lateinamerikanischen Partnern.

Kurt de Swaaf

Für renommierte Wissenschaftler ist internationale Zusammenarbeit selbstverständlich. In Deutschland pflegen zahlreiche Institutionen zum Teil bereits seit Jahrzehnten erfolgreiche Kontakte mit wissenschaftlichen Partnern rund um den Globus, auch in Lateinamerika. Besonders intensiv ist der Austausch mit Mexiko, Brasilien, Argentinien und Chile. Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen arbeiten gemeinsam an neuen Erkenntnissen und Innovationen.

Eduardo Arzt ist einer dieser Spezialisten. Der an der Universidad de Buenos Aires tätige Molekularbiologe gilt als Experte für die Erforschung von Gehirnkrankheiten und ist der designierte Leiter des neuen Partnerinstituts für Biomedizin der Max-Planck-Gesellschaft, das Ende Oktober 2011 in Buenos Aires offiziell eröffnet wird. „Die Wissenschaft von heute braucht diese Art von Kooperation“, betont Arzt. „Das ist eine echte Win-Win-Situation. Wir profitieren von den neuesten Technologien und den Erkenntnissen unserer Max-Planck-Kollegen, und dafür stehen wir mit hochmotivierten und bestens qualifizierten jungen Wissenschaftlern bereit.“ Im Mittelpunkt der Untersuchungen am biomedizinischen Institut wird die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen bestimmte molekularbiologische Auslöser von Depressionen sein. Das deutsch-argentinische Projekt soll aber nicht nur die praktische Forschung, sondern auch den wissenschaftlichen Austausch allgemein fördern. „Wir wollen die Max-Planck-Philosophie in der Region verbreiten.”

In Chile sind sowohl die Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größte Wissenschaftsorganisation, als auch die auf angewandte Forschung spezialisierte Fraunhofer-Gesellschaft aktiv. Helmholtz erforscht die Auswirkungen des Klimawandels in der Sechs-Millionen-Metropole Santiago de Chile. Die Fraunhofer-Gesellschaft baut zurzeit in Santiago ein „Center for Systems Biotechnology“ auf. Dort werden deutsche und chilenische Wissenschaftler unter anderem an der Entwicklung von Testmethoden zur Früherkennung von Krankheiten in der Lachszucht arbeiten.

Ein Projekt ganz anderer Natur betreibt die Technische Universität Freiberg in Bolivien. Dort liegt am Rande der Atacama-Wüste der „Salar de Uyuni“, einer der größten Salzseen der Welt, aus dem das Leichtmetall Lithium gewonnen wird. Die Experten der TU Freiberg konnten dabei entscheidend helfen, zum Beispiel mit dem sogenannten Freiberger Eindampfkegel. Für diese Vorrichtung zum kostengünstigen Eindampfen von Salzlösungen und der Gewinnung von Lithium liegt sogar schon ein Patent vor. Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit dem Bergbauingenieur Jaime Claros von der Universidad Autónoma im bolivianischen Potosí. Claros hat an der TU Freiberg studiert und promoviert. „Freiberg pflegt zu Potosí seit Jahrzehnten enge Beziehungen“, sagt der Mineraloge Gerhard Heide. 2009 wurde die „Lithium Initiative Freiberg“ gegründet. Ziel dieser deutsch-bolivianischen Kooperation ist die weitere Erforschung der Lithium-Lagerstätte sowie die Entwicklung neuer Gewinnungsverfahren und Verwendungstechnologien, vor allem von Lithium-Ionen-Batterien, die künftig für die Elektromobilität von Bedeutung sind.

Kooperation ist auch im Bereich Umweltschutz und Erhalt von Naturressourcen wichtig. So arbeiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Wissenschaftler seit über zehn Jahren in den Bergen Südecuadors an neuen Konzepten für eine nachhaltige Landnutzung bei gleichzeitigem Schutz der Biodiversität. Die Region des San-Francisco-Tales gilt als „Hotspot“ der Artenvielfalt. Die deutschen Wissenschaftler arbeiten bei der Erforschung des Waldökosystems und dessen Wiederaufforstung eng mit Kollegen aus Ecuador zusammen. Von den wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauern und Waldnutzer der Region.

18.08.2011
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