Dieter Graumann, 1950 in Ramat-Gan in Israel geboren und in Frankfurt am Main aufgewachsen, hat Ende November 2010 das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland übernommen. Er ist der erste Nachgeborene an der Spitze des Dachverbandes, der den Holocaust nicht mehr selbst erlebt hat. Bisher wirkte Graumann als einer von zwei Vizepräsidenten unter seiner Vorgängerin Charlotte Knobloch, die bei den Wahlen nicht mehr für das höchste Amt im Dachverband kandidierte. Der in Berlin herausgegebenen „Jüdischen Allgemeinen“ antwortete Graumann in einem Interview kurz nach seinem Amtsantritt auf die Frage, welche neuen Akzente er setzen möchte: „Wir wollen ein junges, frisches, pluralistisches Judentum mit putzmunter ausgelebten Traditionen leben, im besten Sinne einer Einheitsgemeinde.“ Der studierte Volkswirt möchte verstärkt die junge Generation ansprechen und sie für mehr Engagement gewinnen. Eine seiner schwierigsten Aufgaben wird es sein, die verschiedenen Strömungen im deutschen Judentum unter dem Dach des Zentralrats zusammenzuhalten. Ein weiteres großes Thema ist für Graumann die Integration der Juden aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion, die seit dem Ende des Kommunismus nach Deutschland eingewandert sind.
Dieter Graumann sieht das jüdische Leben im demokratischen deutschen Staat als einen festen Teil der jüdischen wie der deutschen Realität. „Noch niemals“, erklärte er in einer Rede zum Jahrestag der „Reichskristallnacht“ in der Frankfurter Paulskirche „haben Juden hier so frei und so gut leben können wie gerade jetzt.////














