Stark leistungsorientiert, mit einem ausgeprägten Sinn für soziale Beziehungen, pragmatisch, was Herausforderungen im Alltag angeht, und mit einer optimistischen Lebenseinstellung: So sieht sich die junge Generation in Deutschland nach den Ergebnissen der Mitte September 2010 vorgestellten 16. Shell Jugendstudie. Die Untersuchung, die alle vier Jahre erscheint und vom Energiekonzern Shell in Deutschland in Auftrag gegeben wird, gilt seit fast 60 Jahren als das wichtigste Stimmungsbarometer der Jugend in Deutschland. Sie zeigt, was junge Menschen denken, wünschen, hoffen und fürchten.
Was ist bei Jugendlichen heute „in“ und was ist „out“? Wie stellen Sie sich Ihre eigene Zukunft vor? Interessieren Sie sich für Politik? Tun Sie persönlich etwas für den Klimaschutz? Für die Studie 2010 befragten Sozialforscher der Universität Bielefeld und des Instituts TNS Infratest Sozialforschung Anfang des Jahres mehr als 2500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation, ihren Glaubens- und Wertvorstellungen. Besonders im Blick hatte die aktuelle Studie die Frage, wie die Jugendlichen auf die Finanz- und Wirtschaftskrise reagierten.
Die Antwort lautet: Trotz Krisenzeiten und unsicherer Berufsperspektiven lässt sich die Mehrheit nicht von ihrer Zuversicht abbringen. Positiv denken ist angesagt: Gegenüber 2006 hat sich der Optimismus der Jugendlichen erhöht. 59 Prozent (2006: 50 Prozent) blicken zufrieden in die Zukunft. Bildung, vor allem der Schulabschluss, gelten dabei als entscheidender Erfolgsfaktor. Weiter an Bedeutung gewonnen haben die Familie, die als wichtiger Rückhalt und emotionale Unterstützung gilt, sowie der Wunsch nach eigenen Kindern. Auch das politische Interesse ist leicht gestiegen, gleichzeitig zeigt sich gegenüber der Wirtschafts- und Finanzwelt ausgeprägter Missmut. Zugenommen hat das soziale Engagement: 39 Prozent setzen sich häufig für soziale und gesellschaftliche Zwecke ein. Ein Thema, das die Jugend besonders stark besorgt, ist der Klimawandel. 76 halten ihn für ein großes oder sogar sehr großes Problem.
Die Jugend 2010 kombiniert klassische Werte wie Selbstverwirklichung mit konservativen Einstellungen zu Familie und Freundschaft. Sie glaubt nicht an ein geschlossenes Wertesystem und versucht sich in der Gesellschaft zu behaupten, so das Fazit des Bielefelder Sozialforschers Professor Mathias Albert.////














