Im März 2008 haben sich Bund und Länder mit muslimischen Verbänden auf der dritten Islamkonferenz in Berlin darauf verständigt, dass islamische Religion künftig ein reguläres, dem christlichen Religionsunterricht gleichgestelltes Unterrichtsfach an deutschen Schulen werden soll. Im September 2008 ist jetzt das erste deutsche Islam-Schulbuch, das zunächst in vier Bundesländern zugelassen ist, erschienen. Islamunterricht gibt es bisher nur vereinzelt an deutschen Schulen, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort wird Islamkunde schon seit 1986 angeboten.
Lamya Kaddor, 29 Jahre alt, in Deutschland geborene Tochter syrischer Einwanderer, ist Koautorin des Islam-Schulbuchs „Saphir“. Für sie ist es ganz klar, dass der Islam kein Hinderungsgrund für eine gelungene Integration in die deutsche Gesellschaft ist. Die Islamwissenschaftlerin nimmt auch am Integrationsgipfel teil, einer regelmäßig stattfindenden, von Bundeskanzlerin Merkel initiierten Konferenz, die sich intensiv mit Lösungen für die Probleme der Zuwandererintegration beschäftigt. Schon seit fünf Jahren unterrichtet Kaddor an einer Hauptschule in der Nähe von Duisburg Islamkunde auf Deutsch. Ein großer Erfolg bei den Schülerinnen und Schülern. Erstaunt war die Lehrerin allerdings über die Unkenntnis vieler der muslimischen Kinder über ihren Glauben – obwohl sie sich stark mit dem Islam identifizieren. Gerade für diese Schüler hat sie ein weiteres, 2008 erschienenes Buch herausgegeben: „Der Koran für Kinder und Erwachsene“. Es soll den Einstieg in die heilige Schrift erleichtern.














