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EADS-Rüstungssparte setzt auf indischen Markt

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will sich mit seiner Verteidigungssparte stärker auf Indien konzentrieren und auf dem südasiatischen Wachstumsmarkt auch produzieren. «Wir wollen und wir werden uns in Indien industriell aufstellen», sagte das Vorstandsmitglied von EADS Defence & Security, Bernhard Gerwert, am Dienstag (16.02.) in Neu Delhi. «Wir haben die klare Zielsetzung, ein Ingenieurzentrum für Verteidigungstechnik mit 200 Ingenieuren in (der südindischen Hightech-Metropole) Bangalore aufzubauen.» Dieses Ziel solle in den nächsten zwei Jahren erreicht werden.

«Wir sehen Indien als einen unserer wichtigsten Märkte», sagte der Chef der
EADS-Sparte Military Air Systems. «Es ist unser Ziel, hier eine wesentliche Rolle
zu spielen, und ganz bewusst nicht nur unter dem Aspekt Indien als Exportmarkt, sondern als langfristiger Partner.» Das solle durch eigene Tochtergesellschaften und durch mögliche Joint Ventures sowohl mit staatlichen Firmen als auch der Privatindustrie geschehen. Das Eurofighter-Konsortium, an dem EADS beteiligt ist, bewirbt sich in Indien um einen Auftrag für 126 Kampfflugzeuge im Wert von rund 10 Milliarden Dollar (7,3 Mrd Euro). Sollte Eurofighter die Ausschreibung gegen fünf andere ausländische Wettbewerber gewinnen, wäre es der bislang größte Auftrag für das Konsortium außerhalb der NATO.

Zum Zeitrahmen sagte Gerwert, er gehe davon aus, dass die indische Luftwaffe bis zum Jahresende eine Empfehlung für einige der Flugzeugtypen an das Verteidigungsministerium aussprechen werde. Dann stehe die politische Entscheidung in Neu Delhi an, die er frühestens 2012 erwarte. Das Eurofighter-Konsortium hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man wolle in den kommenden 20 Jahren 300 Kampfflugzeuge vor allem in Asien verkaufen. Gerwert sagte zum asiatischen Markt, in Japan seien die Verhandlungen «sehr konkret». Potenzial habe Eurofighter mittelfristig auch in Korea und Malaysia.

Quelle: dpa

17.02.2010
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