Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) verlieh gestern (15. März) ihre zwei höchsten Auszeichnungen: Giorgio Parisi von der Universität Rom erhielt die "Max-Planck-Medaille für Theoretische Physik" und Günter Wolf vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg wird mit der "Stern-Gerlach-Medaille für Experimentelle Physik" geehrt. Beide Auszeichnungen sind undotiert.
Zu Giorgio Parisis Forschungsschwerpunkten gehören Elementarteilchenphysik, Statistische Physik sowie die Quantenfeldtheorie, die mikroskopische Phänomene auf Grundlage der Quantenphysik beschreibt. Die DPG würdigt ihn vor allem für seine Beiträge zur Physik komplexer Systeme.
Der Teilchenphysiker Günter Wolf war während seiner Arbeit am DESY maßgeblich an der Entdeckung des Gluons beteiligt. Dieses Elementarteilchen überträgt das Kraftfeld, das zwischen Quarks - den kleinsten Bausteinen der Materie - wirkt. Da Protonen und Neutronen aus Quarks bestehen, ist das Gluon für die so genannte Starke Wechselwirkung verantwortlich, welche die Atomkerne zusammenhält.
Den Rahmen für die Verleihung bildet die größte wissenschaftliche Frühjahrstagung Europas in Dresden: Der Physikkongress, der mit insgesamt ca. 10.000 Fachbesuchern aus dem In- und Ausland rechnet. Veranstalter ist die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG). Zum Hauptprogramm gehören insbesondere Atom- und Molekülphysik sowie Festkörperphysik (Materialforschung, Nanotechnologie, Mikroelektronik). Andere Schwerpunkte sind Themen wie: Energieforschung, Climate Engineering, Rüstungskontrolle, Biophysik, Strahlenphysik, medizinische Physik und Physik in der Industrie.
Die Sächsische Hauptstadt hat sich als attraktiver Wissensstandort und als eine der wichtigsten Kulturstädten Deutschlands etabliert. Den Besuchern wird zudem ein Einblick in die Kulturmetropole durch ein interessantes Kulturprogramm angeboten. Dazu gehört unter einem facettenreichen Programm auch ein Konzert in der Frauenkirche.
Auch der Normalbürger hat hier die Gelegenheit, sich über den aktullen wissenschaftlichen Stand in der Physik zu informieren. Zahlreiche physikalische Vorführungen und sogenannte Mitmach-Experimente werden im Dresdner Kaufpark Nickern präsentiert. Auch öffentliche Abendvorträge an der TU Dresden lassen das Publikum einen Einblick in die neuesten Entwicklungen im Bereich der Photovoltaik bekommen. Ein besonders heikles Thema wird hierbei die Fälschung wissenschaftlicher Daten sein. Der Eintritt ist für alle Interessierten frei.
Der Kongress in Dresden dauert bis 18. März 2011.
© DPG, AA-Heifnider













