Ein Leben zwischen Kabarett und Chaos mit Nonsens als Methode - das prägte wohl den beruflichen Lebenslauf von Dieter Hallervorden. Der Schauspieler und Theaterleiter wurde am Sonntag (5. September) 75 Jahre alt und denkt nicht daran, die Hände in den Schoß zu legen.
Gerade eröffnete er die zweite Spielzeit im Berliner Schlossparktheater, seiner zweiten Berliner Bühne neben den «Wühlmäusen» am Funkturm.
Die «Knallcharge» und der «Dinosaurier des Spaßfernsehens» mit Riesenerfolgen wie «Nonstop Nonsens» ist nur die eine Seite des früheren scharfzüngigen Polit-Kabarettisten. Hallervorden hat auch seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis gestellt: zum Beispiel als eiskalter Killer in Wolfgang Menges spektakulärem TV-Thriller «Das Millionenspiel» von 1970. Hallervorden ist, wie viele Kollegen aus dem komischen Fach, ein eher nachdenklicher und sensibler Mann, der Romanistik studiert hat und eigentlich Journalist werden wollte.
Dafür wurde er einer der bekanntesten Kabarettisten der Bundesrepublik - seine «Wühlmäuse» feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen (mit wechselnden Standorten) - und einer derpopulärsten Fernsehkomiker Deutschlands mit «Blödeleien auf höchster Ebene», wie ihm manche bescheinigten. Hallervorden hat erfolgreich den Slapstick in die Polit- und Gesellschaftssatire eingeführt.
Über 50 Jahre steht der gebürtige Dessauer, der 1958 in den Westen ging, nun schon auf der Bühne. «50 Jahre, das ist schon was, damit habe ich länger durchgehalten als die DDR» - oder, wie es sein Kollege Matthias Richling formulierte: «100 Jahre Dada - 50 Jahre Didi».
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