Dienstag, 22.05.2012 05:31

Aktuell

„Jugend forscht“ sucht Deutschlands beste Nachwuchstalente

Sie entwickeln aus einem Smartphone ein medizinisches Mikroskop für die Westentasche, analysieren anhand des Prinzips...weiter

© Stiftung Jugend forscht e. V.

Nachrichten

Gelähmte Frau steuert DLR-Roboterarm mit ihren Gedanken

Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Hamburg beging den 823. Hafengeburtstag -Schiffstaufe der AIDAmar

Der indische Handelsminister Anand Sharma und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ließen die Schiffsglocke der...weiter

Aktuell

Deutschland

Mammutaufgabe Energiewende  

Wirtschaft

Anlegern gefällt Facebook nicht  

Kultur

Songs waren sein Leben ¿ zum Tod Robin Gibbs  

Veranstaltungen

Comicleben

Eine Endeckungsreise in die Welt der Superhelden: Das Museum Europäischer Kulturen in...weiter

Deutschland Veranstaltungskalender

Übersicht von Veranstaltungen und Orten:
> Veranstaltungskalender

Porträt

Grünes Talent

Der Kenianer Mike Otieno erforscht mit deutscher Unterstützung den nachhaltigen Umgang mit Stahlbeton und leistet damit...weiter

Goethe-Institut Nachrichten

Wieder zuhause: „re-turn“  

„Moorsoldaten“ – die Gedenkstätte Esterwegen  

„Die Zeit“ – Erfolg mit Qualität  

Bookmarks
| |

„Die Deutschen sind offener, als man im Ausland denkt“

Giovanni di Lorenzo ist einer der bekanntesten Journalisten in Deutschland. Seit 2004 ist er Chefredakteur der großen Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg, außerdem moderiert er regelmäßig eine Talkshow im deutschen Fernsehen. Giovanni di Lorenzo wurde 1959 als Sohn eines Italieners und einer Deutschen geboren. Seine Kindheit verbrachte er erst in Rimini, dann in Rom. Als seine Eltern sich trennten, kam er mit seiner Mutter nach Hannover in Norddeutschland. Mit dem Schreiben begann er früh. Er studierte Kommunikations- wissenschaft, Neue Geschichte und Politik in München und begann nach seinem Abschluss bei der Süddeutsche Zeitung in München, einer der großen deutschen Tageszeitungen.

Giovanni di Lorenzo

Herr di Lorenzo, wann haben Sie das letzte Mal Italienisch gesprochen?

Vor Kurzem erst.  Ich kann nach wie vor flüssig sprechen, aber leider kann ich nicht gut Italienisch schreiben. Da bin ich einfach stehen geblieben in der fünften Klasse der italienischen Volksschule. Und mir fehlt auch der Slang.


Sie sind als Junge von Rom nach Hannover gekommen, als sich Ihre Eltern trennten.  Das war sicher ein Bruch, schon rein geografisch – was war damals Ihr erster Eindruck vom Leben in Deutschland?

Es war in jeder Hinsicht schwierig für mich. Ich bin sicher, dass es gar nicht so sehr an Hannover lag. Aber neben der Trennung meiner Eltern und dem Abschied von der vertrauten Umgebung, war es sehr schwierig mich in einer anderen Sprache, die mir zwar vertraut war, aber die ich nicht richtig beherrschte, zurecht zu finden. Es war eine sehr prägende Erfahrung, das Gefühl, dass mein Leben plötzlich nur noch Schwarz-weiß stattfindet. Vorher war es ein ganz schöner Farbfilm.

Wer oder was hat Ihnen dabei geholfen, dass Sie Deutsch so gut gelernt haben, dass die  Sprache sogar zu Ihrem „Handwerkszeug“ wurde?

Das ausschließliche Konfrontiertsein mit einer deutschen Umgebung. Das ist das, was leider von vielen Migranten unterschätzt wird. Man muss Deutsch reden mit den Freunden, zu Hause, deutsche Medien nutzen – sonst wird man in keiner Sprache richtig heimisch. Heute ist Deutsch ganz klar meine erste Sprache, dann erst kommt mit großem Abstand Italienisch.

Ihren ersten Artikel haben Sie über Angelo Branduardi geschrieben. Hat der binationale Hintergrund Einfluss auf Ihre Arbeit genommen?

Bestimmt auch, ich habe viele italienische Themen gemacht – Film und Musik und zunächst auch einige politische Geschichten, die mit Italien zu tun hatten. Das war am Anfang meine Nische. Ich habe aber großen Wert darauf gelegt, nicht in dieser Nische zu bleiben. Weil das eine „Selbstghettoisierung“ gewesen wäre, vor der ich nur warnen kann. Unter dem ersten Artikel, den ich überregional – in der Münchner Abendzeitung - veröffentlicht habe, stand übrigens nicht Giovanni di Lorenzo als Autor, sondern Hans Lorenz.

Wie das?

Als der Chef vom Dienst die Autorenzeile „Von Giovanni di Lorenzo“ gesehen hatte, dachte er: „Wenn schon ein Pseudonym, dann ein glaubwürdiges“ - und hat einfach „Von Hans Lorenz“ daraus gemacht...

Heute ist der Name Giovanni di Lorenzo bekannt in Deutschland. Als wie selbstverständlich empfinden Sie es, dass der Chefredakteur der großen deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ einen italienischen Namen trägt?

Es ist überhaupt nicht selbstverständlich. Ich halte das für ein Zeichen, dass die deutsche Gesellschaft gegenüber Migranten offener ist, als man es manchmal glaubt. Nun will ich mich wirklich nicht vergleichen mit anderen Migranten, deren Startschwierigkeiten ich sehr genau kenne. Trotzdem wäre es in Italien – das bestätigen mir Kollegen – kaum vorstellbar, dass einer, der Hans Lorenz heißt, Chefredakteur einer größeren Zeitung wäre. Als ich in Berlin als Chefredakteur des Tagesspiegel anfing, der großen Traditionszeitung aus dem Westen Berlins, war gleichzeitig der Sizilianer Giuseppe Vita Chef des größten Berliner Industrieunternehmens Schering und die Berliner Philharmoniker wurden von Claudio Abbado dirigiert. Ich weiß nicht, ob das in Paris, London oder Rom so denkbar wäre. Die Deutschen sind offener, als man im Ausland glaubt.

Was sollte sich ein junger Italiener in Deutschland zuerst ansehen?

Berlin, Berlin und dann noch mal Berlin. Aber Deutschland ist insgesamt ein spannendes Land. Wer Interesse an Deutschland entwickelt – der wird reich belohnt.

Interview: Janet Schayan

12.12.2008
Bookmarks
| |

Videos

Get the Flash Player to see this player.

HANNOVER MESSE 2012

Ostseerat

Art Cologne 2012

YouTube Deutschland Channel

Deutschland Channel YouTube

Zeitschrift DE Magazin Deutschland

PDF-Sonderausgaben

zur Übersicht