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Die Bedeutung des Fahrrads

Das Goethe-Institut Shanghai hat 2011 vier journalistische Tandempaare in Deutschland und China Gemeinsamkeiten und Unterschiede recherchieren lassen. Ein Team untersuchte die Bedeutung des Fahrrads.

Von Martin Orth

„Fahrräder, das ist einer der ersten Gedanken, wenn es um China geht“, sagte der deutsche Fotograf Ralf Baumgarten im Herbst 2011 zu Wenming Dai. Die chinesische Redakteurin von „Oriental Outlook“ stutzte und musste sich von einem Freund sagen lassen: „Du fliegst zwölf Stunden in die Heimat von Mercedes und BMW, um über Fahrräder zu schreiben?“ Hintergrund der Geschichte ist, dass Baumgarten und Dai im Herbst 2011 eins von insgesamt vier journalistischen Tandempaaren bildeten, die im Auftrag des Goethe-Instituts Shanghai in Deutschland und China zu einem Thema nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen beiden Ländern suchen sollten.

Ralf Baumgarten war Ende September 2011 in Nanjing; Wenming Dai besuchte Anfang Oktober 2011 Köln. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Fotoserie und ein Essay über die Bedeutung des Fahrrads in China und Deutschland. Zunächst war Dai nicht so überzeugt von dem Thema. Erst als Baumgarten den Song „Nine Million Bicycles“ von Katie Melua erwähnte, hat es Klick gemacht. Gemeinsam begaben sie sich auf Recherche. In einem Vorort von Nanjing erlebten sie das „alte China“. Arbeiter und einfache Leute fuhren alte Fahrräder. In den Großstädten hingegen werden die Fährräder zunehmend von Autos und Motorrädern verdrängt. In Köln sah vor allem Wenming Dai ein anderes Bild. Geschäftsleute und Banker fahren Fahrrad – nicht nur um schneller ans Ziel zu kommen. In Deutschland stehen Fahrräder für Umweltbewusstsein und Lebensfreude. Zum Abschluss notiert Wenming Dai: „China ist in den vergangenen 40 Jahren ,Full Speed‘ gefahren. Es wird Zeit, das Tempo zu verlangsamen und die Bedeutung von ,Good Life‘ neu zu interpretieren.“///

12.12.2011
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