The winner is: deutsches Design! Immer mehr Produkte werden für den deutschen Designpreis nominiert – 2010 waren es 1200. Zehn erhielten im Februar den „Preis der Preise“. „Gutes Design als Differenzierungsmerkmal ist gerade in Krisenzeiten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagt Andrej Kupetz, Geschäftsführer des Rats für Formgebung, der den Preis verleiht. Bestes Beispiel: Das in diesem Jahr mit der Auszeichnung in Gold geehrte Audi A5 Coupé verkaufte sich bereits 126000 Mal.
Den Wert des Designs für deutsche Unternehmen belegt eine Studie, die der Rat für Formgebung gemeinsam mit dem Markenverband in Auftrag gegeben hat. Einige Kernaussagen liegen bereits vor. Demnach ist das Design für 80 Prozent der befragten Unternehmen ein entscheidender Faktor bei der Erschließung neuer Märkte. Für die Verbesserung der Marktposition in bestehenden Märkten nutzen 87 Prozent ganz bewusst Design und bei der Markteinführung eines Produktes setzen sogar 95 Prozent der Befragten auf Design. Ein Gewinner des vergangenen Jahres konnte seinen Umsatz durch den bewussten Einsatz von Design sogar verdoppeln, berichtet Kupetz.
Und was ist das, „deutsches Design“? „Deutsches Design steht seit dem Bauhaus für funktionale und effiziente Formen. In jüngster Zeit gewinnt der Faktor ,Emotion‘ an Bedeutung“, sagt Andrej Kupetz. „Im Grunde ist internationales Design ,deutsches Design‘. Denn die Avantgarde des deutschen Designs wanderte unter den Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren in die USA aus. Durch eine Ausstellung 1934 im New Yorker Museum of Modern Art wurde das deutsche Design zum ,International Style‘.“
„Dennoch gibt es kulturelle Unterschiede im internationalen Design“, sagt Kupetz. „Die US-Amerikaner denken in anderen Dimensionen, egal ob beim Automobil oder bei der Badewanne. Und das japanische Design ist zwar dem deutschen ähnlich, aber noch mehr durch Harmonie geprägt. Ein Design mit runden Ecken, wenn man so will.“ Traditionell stark sei das deutsche Design im Automobilbau, in der Küche, bei der Tischkultur und im Sanitärbereich.
International schlägt Kupetz, dessen Vater übrigens die in Deutschland heute übliche Mehrweg-Mineralwasserflasche entworfen hat, einen noch größeren Bogen: „Bauhaus – Braun – Apple. Die Braun-Ära war in vielerlei Hinsicht eine Fortführung der Bauhaus-Tradition. Während das Bauhaus-Design sich sehr auf das Wohnen konzentriert hatte, bewegte Braun sich mit demselben Anspruch in Richtung der elektronischen Geräte. Heute nennt der Chef-Designer von Apple das Design der Firma Braun als sein Vorbild.“
PS: Der deutsche Designpreis steht übrigens auch Bewerbern aus dem Ausland offen. Anteil derzeit: Über 20 Prozent. Tendenz: steigend.














